Sonntag, 9. März 2014

Der letzte halbe Tag


Heute lassen wir es gemütlich angehen. A. und ich liegen vormittags noch ewig in den Betten und lassen den Nepal-Urlaub Revue-Passieren. Wir quatschen über dies und das, futtern Kekse und fangen irgendwann an, unser Zeug endgültig zusammen zu packen. Bis 12:00 müssen wir das Zimmer verlassen haben, aber wir können unser Gepäck noch für ein paar Stunden in einem abgeschlossenen Raum aufbewahren lassen. Unser Rückflug geht ja erst abends.
Nachdem wir die Lodge mit kleinem Tagesrucksack verlassen haben, nutzen wir noch mal unser Durbar-Square-Ticket und besuchen den Königspalast von Kathmandu. Hier waren wir bisher ja nicht drin. Es gibt einige Hinterhöfe, wo aber nicht so viel zu sehen ist. Dafür kann man bis zum 7. Stock des Königspalastes aufsteigen, von wo aus man einen schönen Blick über die Stadt hat. Und fast hätten wir das verpasst!

Blick auf die Freak Street

Blick auf Swayambunath

Hinterhof-Stupa in Thamel

Weiter geht es noch einmal nach Thamel, wo wir wieder ein bisschen bummeln. Glücklicherweise ist heute ja Samstag, dem ruhigsten Tag der Woche in Nepal. Viele Geschäfte haben geschlossen und es herrscht eine angenehme Ruhe auf den Straßen. So lässt es sich in Kathmandu ganz gut aushalten. Ich kaufe noch ein paar Mützen, anschließend gehen wir in das 7stöckige Restaurant „Helena’s“, wo wir ebenfalls von der Dachterrasse einen guten Blick über die nähere Umgebung haben. Ich esse einen Burger mit Pommes, der ganz okay ist. Unsere restlichen Rupien tauschen wir bis auf das Taxi-Geld wieder zurück in Euro. Bei A. klappt das ganz gut, bei mir bleiben noch einige Rupien übrig, die ausgegeben werden wollen. So durchstöbere ich noch einmal einen Buchladen und es dauert eine ganze Weile, bis ich noch ein Buch finde, das mich anspricht. So ist aber die Zeit gut vergangen und nun können wir uns ein letztes Mal auf den Weg zurück in die Freak Street machen. In der Annapurna Lodge holen wir unsere Rucksäcke und mit dem vielen Gepäck schleppen wir uns bis zum Durbar Square, wo viele Taxis warten. Für die letzten 500NRS werden wir zum Flughafen gefahren.
Durch mehrere Sicherheitskontrollen gelangen wir in die Abflughalle, wo wir bald einchecken können. Meine Tasche wiegt 16kg. Bald gehen wir auch in den Sicherheitsbereich, wo viele Sofas stehen. Keine Ahnung, wie lange die hier schon stehen, aber sie sind echt gemütlich. Wenn ich daran denke, dass uns bald wieder der kalte Flughafen von Doha bevorsteht… hier sehen wir auch noch ein paar bekannte Gesichter: Dieter und die Französin vom Poon-Hill-Trek. Witzig, wie klein die Welt doch ist.
Wir bekommen die beiden Flüge und den Zwischenstopp in Doha gut rum. Es gibt zuviel zu essen und ich bekomme auch wieder Bauchweh. Aber in Frankfurt ist das schon fast wieder gut. Mit der S-Bahn kommen wir gut zurück. Mein Auto steht tatsächlich noch da, wo ich es geparkt habe. Das hat also auch gut geklappt. Es ist Sonntagmorgen in Deutschland. Über eine leere Autobahn geht es zurück nach Hause…

Dienstag, 25. Februar 2014

Ausflug nach Patan



Heute schlafe ich ein bisschen länger. Um kurz nach 7:00 checke ich uns schon mal online ein. Dann müssen wir nur im Lauf des Tages noch die Bordkarten irgendwo ausdrucken.
Wir machen uns fertig und laufen dann nach Thamel zum Frühstücken. Heute geht es ins Café New Orleans, wo wir beide Corn Bread bestellen. Ich wieder mit Erdnussbutter und Marmelade. Der Kellner bringt aber erstmal Butter und Honig. Nö! Kurz darauf kommt er mit dem Richtigen zurück und ich lasse es mir schmecken. Dann laufen wir zum Ratna Park, wo wir einen Minibus nach Patan nehmen. Leider sind nur noch Plätze entgegengesetzt der Fahrtrichtung frei. So werden wir durch Kathmandu über den Bagmati nach Patan geschaukelt. Am Durbar Square (500NRS) müssen wir uns erstmal setzen. 

Vorbei am Rani Pokhari in Kathmandu

Durbar Square von Patan

Auch hier gibt es wieder beeindruckende Schnitzereien

Wir besichtigen den Königspalast, schauen uns die Tempel an, die davor stehen. In den Bhimsen-Tempel dürfen wir sogar reinschauen. Nordwärts geht es weiter zum Kumbeshavar-Tempel, dann irren wir ein bisschen umher, bis wir den Goldenen Tempel finden. Auf der Suche nach weiteren Tempeln, hier gibt es einfach zu viele, kommen wir irgendwann an der Ring Road raus, auf der wir eine Weile nach Osten laufen und dann die erste Hauptstraße nach rechts nehmen, wo wir irgendwann wieder am Durbar Square landen. Die im Reiseführer erwähnte German Bakery haben wir nicht gefunden, genauso wenig wie die „belebte Hotelstraße“. Weil es schon halb eins ist, gehen wir zum Essen in ein Rooftop-Restaurant mit Blick auf den Durbar Square. A. isst noch mal ihre geliebten Momos, ich meine geliebten Frühlingsrollen. Die sind echt lecker. Dann stöbern wir noch kurz über den Durbar Square. Aber weil wir keine weiteren Tempel mehr sehen können, nehmen wir den Bus zurück nach Kathmandu (20NRS). Das Taxi war uns mit 500NRS zu teuer. Der Bus ist voll, ich muss sogar eine Weile stehen, aber es ist nicht eng und irgendwann habe ich auch einen Sitzplatz. 

am Kumbeshavar-Tempel

Schildkrötenreiter im Königspalast

der königliche Garten

Blick über Patans Durbar Square

ein letztes Mal Frühlingsrollen

Wir werden wieder in der Nähe der New Road raus gelassen und drängen wir durch Menschenmassen zurück zur Freak Street. Ich drucke noch die Bordkarten in einem Internetcafé aus. Hier gibt es noch nicht mal einen Strichcode drauf. In der Lodge duschen wir lauwarm ein letztes Mal in Kathmandu. Wir freuen uns beide schon auf daheim. Auch wenn wir nicht wissen, was uns erwartet.
Weil uns kalt ist, machen wir uns auf den Weg nach Thamel, wieder im Gewühl. Wir bummeln eine Weile durch Thamel. Zum Schluss gehen wir noch in der Nepalese Kitchen Unmengen Dal Bhat essen, zu einem Spottpreis von 190NRS. Anschließend rollen wir quasi wieder zurück ins Guest House. Wir machen uns bettfertig, quatschen noch eine Weile und lesen dann.

Sonntag, 23. Februar 2014

Ausflug nach Bhaktapur



Ich wache gegen 6:00 auf, weil draußen einer anfängt, zu hämmern. Ich muss aufs Klo, also gehe ich. 5 Minuten später noch einmal, weil ich Durchfall habe. Dann ist es aber gut. Ich gucke ein bisschen im Internet. A. schläft noch. Dann grübele ich noch eine Weile vor mich hin.
Um kurz vor 8:00 erwacht dann auch A. und wundert sich, wieder so lange geschlafen zu haben. Aber wenn sie es halt braucht… Wir haben ja auch keinen Stress. Wir machen uns fertig und suchen in der Freak Street einen Platz zum Frühstücken. Es ist aber noch fast alles geschlossen. Wir gehen in ein Restaurant gegenüber, wo gerade noch gekehrt wird. Wir bekommen nacheinander zwei recht klein geratene Banana-Pancakes. Egal. Fürs Erste reicht es. Durch die New Road geht es zum Kantipur. Wir gelangen zum Durbar Marg und von dort zum Busbahnhof, wo wir nach einem Bus fragen, der nach Bhaktapur fährt und werden gleich zu einem verwiesen, wo wir vorn Platz nehmen. Der Bus fährt gleich los und kämpft sich durch den Stadtverkehr Kathmandus. Auf guten Straßen geht es aus der Stadt auf den Highway, wo wir das erste Mal richtig funktionierende Ampeln in Nepal sehen. Die Fahrspuren sind hier auch baulich voneinander getrennt. Mittlerweile ist der Bus proppenvoll. Vorbei am Flughafen geht es durch mehrere Orte. In Bhaktapur werden wir raus gelassen. Der Contactor kassiert 50NRS und zeigt uns den Weg in die Innenstadt. 

Straßenverkehr in Kathmandu

Zu Fuß sind es etwa 5 Minuten, bis wir zu einem Kassenhäuschen kommen. Dort zahlen wir 1100NRS pro Frau und schauen uns dann den Potters Square, Durbar Square mit seinen Tempeln, die 5stöckige Pagode und alle möglichen anderen Tempel und Plätze an. Wir laufen immer wieder hin und her. Ein buntes Treiben herrscht, aber es ist bei weitem nicht so schlimm wie in Thamel. Aber auch hier wollen immer wieder Mofas hupend durchgelassen werden. Die Stadt ist laut Flyer, den wir an der Kasse bekommen haben, eine der 10 saubersten Städte Asiens. Das ist gut möglich, es liegt kein Müll herum und die Straßen und Gassen sind ordentlich gekehrt. 

am Potters' Square

vielarmige Gottheit

Durbar Square in Bhaktapur: alles aufgeräumt und ordentlich

die 5stöckige Pagode

Um kurz nach 12:00 setzen wir uns in ein Restaurant neben der Pagode. Der Schwede aus Chame ist auch hier, aber ich glaube nicht, dass er uns wieder erkannt hat. A. bekommt ihr Essen wieder zuerst und ist schon eine Weile fertig, bis meine Makkaroni mit Knoblauch-Käse-Soße endlich kommen. Ich würze mit Ketchup und Chili-Soße nach. Es schmeckt ganz ordentlich. Nach dem Essen bummeln wir noch eine Weile herum, gucken uns das Pfauenfenster an und setzen uns anschließend noch auf ein Lassi in ein Rooftop-Restaurant und beobachten das bunte Treiben auf dem Durbar Square. Dann gehen wir Richtung Busparkplatz und müssen uns nun durch die Taxifahrer kämpfen, die uns unbedingt fahren möchten (auf dem Hinweg drängten sich die Guides auf). Auf dem Minibus-Platz bekommen wir wieder zwei Plätze vorn in einem recht klapprigen Bus, der dann auch bald losfährt. Wieder zurück geht es auf dem Highway durch die Vorstädte am Flughafen vorbei nach Kathmandu. Wir steigen an der New Road aus und laufen durch die Menschenmassen zurück zur Lodge. Wir duschen heute leider nicht so warm wie gestern, aber erträglich genug. Trotz allem Blöden, das mich wohl erwartet, freue ich mich doch auf die Annehmlichkeiten und den Komfort daheim.

Das Pfauenfenster: nepalesische Schnitzkunst

auf den Dächern

Blick in die Berge

Dann machen wir uns noch mal auf den Weg nach Thamel durch den Feierabend-Verkehr. Auf dem Durbar Square gibt es gerade eine Veranstaltung gegen Diskriminierung. Wir laufen weiter durch die Massen. In Thamel bummeln wir ein wenig herum. Weil wir nicht wirklich hungrig sind, holen wir uns nur was in einer Bäckerei. Wir bummeln noch eine Weile weiter und machen uns dann auf den Rückweg. Eine halbe Stunde später sind wir wieder in der Freak Street. Jetzt habe ich doch Hunger bekommen und verschlinge die Quiche und das süße Teilchen, einige Trekker-Kekse und Schokolade. Währenddessen fällt der Strom aus, aber Licht gibt es trotzdem über das Notaggregat. Sogar das WiFi funktioniert. Irgendwann geht das Licht wieder an. A. legt sich wieder schlafen. Ich lese wie immer noch eine Weile.

Samstag, 22. Februar 2014

Kathmandu - Sightseeing


Die Nacht ist schön ruhig. Ich wache gegen 6:30 auf und chatte noch mit M., bis A. auch aufwacht. Wir machen uns langsam fertig und dann mit Stadtplan im Reiseführer auf den Weg nach Thamel, wo wir auch bald das leckere Café vom ersten Tag wieder finden. Hier gibt es zum Frühstück ein Stück Banana Cake und einen Moon Cookie und Tee. Dann treffen wir die Deutsche aus der zweiten Reisegruppe wieder, die auch noch im ABC war und nun noch ins Langtang-Gbiet möchte. Sie weiß aber noch nicht, ob sie ihren Rückflug verschieben kann. Witzig. Irgendwann brechen wir auf und machen uns mit der Beschreibung aus dem Reiseführer zu Fuß auf den Weg zur Stupa von Swayambunath, wo wir ja gestern schon mit dem Bus vorbei gefahren sind. Der Verkehr ist lästig, aber nicht so schlimm, wie wir es schon mal erlebt hatten. Wir überqueren einen völlig verdreckten Fluss und dann geht es hügelaufwärts. Wir finden den Osteingang nach der Beschreibung gut und dann geht es vorbei an einigen Händlern über viele Stufen steil aufwärts. Fast oben bezahlen wir Eintritt (200NRS) und erkunden das interessante Gelände. Auch hier gibt es zahlreiche Händler. Wir kaufen große Gebetsfähnchen, bestaunen die Ausblicke auf Kathmandu und seine Smogglocke, beobachten einige Affen, die hier umherflitzen und steigen irgendwann wieder ab. Da kommen uns doch tatsächlich die Colorado-Boys entgegen! So schließt sich der Kreis. Die beiden waren noch in Manang und sind dann umgekehrt und waren noch ein bisschen in Pokhara. Morgen geht es für sie zurück.

Affe am Fuß des Hügels: Will ich das jetzt essen?

Mani-Steine

Stupa von Swayambunath

Blick über Kathmandu

Klosteranlage Swayambunath

Am Fuß des Hügels warten mehrere Taxifahrer. Wir wollen nun ja in den Westen der Stadt zum Boudhanath. Wir verhandeln und werden für 500NRS schließlich gefahren. Der Taxifahrer bietet uns noch an, auf uns zu warten und uns dann nach Pashupatinath und zurück nach Thamel zu fahren, aber 1500NRS sind uns zu viel. Wir wollen nach Pashupatinath laufen. So weit ist das ja auch nicht. Durch volle Straßen geht es quer durch die Stadt in den Westen. Wir zahlen Eintritt für die größte Stupa der Welt (150NRS) und finden uns an einem stillen Ort wieder, der mir sofort sympathisch ist. Der Boudhanath thront in der Mitte eines Platzes und wacht mit vielen Augen über Touristen, Mönche, Betende, Händler. In den umliegenden Gebäuden gibt es viele Geschäfte, Restaurants, ein paar Gasthäuser und buddhistische Gebetsschulen. In ein Kloster dürfen wir noch kurz hineinschauen, bevor es um 12:00 geschlossen wird. Die Sonne scheint und wir umrunden die Stupa auch noch oben und machen viele Fotos.

Stupa von Boudhanath

Ein solides Bauwerk

Um die Stupa herum

Weil wir noch keinen Hunger haben, beschließen wir, gleich weiter zu laufen. Wir verlassen die Oase der Ruhe auf die Hauptstraße, gehen auf ihr ein Stück nach Osten und dann auf der ersten Straße nach links. Und siehe da: es gibt tatsächlich auch Straßen in Kathmandu, wo kaum Verkehr herrscht. Toll, sehr angenehm. Nach einer Weile kommen wir wieder an einer Hauptsraße raus, auf der wir nach rechts gehen. Nach ein paar Minuten erreichen wir Nepal wichtigstes hinduistisches Heiligtum: Pashupatinath. Wir zahlen saftige 1000NRS Eintritt und sehen viele Schreine, Leichname, die am Bagmati-Fluss aufgebahrt und schließlich auch verbrannt werden. Wir steigen noch auf einen Hügel, auf dem mehrere Tempel stehen, die allerdings nur von Hindus betreten werden dürfen. Hier gibt es wieder viele Affen, mehr noch als am Swayambunath. Ich finde den ganzen Ort irgendwie bedrückend und bin froh, als wir wieder draußen sind. 

Die Leichen werden geschmückt und verabschiedet...

...und schließlich am Ufer des Bagmati verbrannt.

Viele Affen leben an den Tempeln von Pashupatinath.

Wir werden sofort wieder von Taxifahrern angesprochen. Einer fährt uns für 300NRS nach Thamel zurück. Mittlerweile habe ich richtig Hunger. In Thamel kehren wir ins Northfield Café ein, wo ich eine Spinatpizza (ohne Zwiebeln) bestelle. Ich bekomme sie trotzdem mit Zwiebeln, bin aber zu hungrig, um sie wieder zurückgehen zu lassen. Naja, es geht auch so. Anschließend stöbern wir noch durch einige Läden, kaufen in einem großen Supermarkt noch Lebensmittel und machen uns auf den Rückweg. Ich kaufe noch eine Pomelo bei einer Obstverkäuferin an der Straße. Jetzt ist es wieder recht hektisch in Thamel. Wir sind froh, als wir wieder in der Freak Street in der Annapurna Lodge ankommen. Wir duschen. Ich poste noch Fotos auf Facebook und esse dann meine sehr saure Pomelo und lese wieder, während A. schon schläft.

Mittwoch, 19. Februar 2014

Zurück nach Kathmandu



Mitten in der Nacht muss ich mal auf die Toilette. Im Anschluss erschlage ich gleich noch eine Mücke. Einen dicken Stich habe ich heute bekommen. Dann bin ich erst um kurz vor 7:00 wieder wach. A. schläft noch, ich mache mich leise schon mal fertig. A. wird irgendwann wach. Wir packen und gehen um 8:00 zum Frühstück. Es gibt das Gleiche wie gestern. Bald darauf werden wir zum Bus gefahren. Wir verabschieden uns von unserem Guide und überreichen ihm noch ein Trinkgeld. Einige Busse stehen bereit und viele haben auch KTM als Ziel. Unser Gepäck wird eingeladen und wir laufen und stehen noch ein bisschen herum. Nach der Erfahrung der Herfahrt nehme ich gleich eine Vomex. Um 9:00 steigen wir in unseren Bus ein. Diesmal sitzen wir ganz vorn hinter der Fahrerkabine. So können wir auch nach vorn herausschauen. Einige Touristen werden angekarrt. Eine Frau regt sich über unseren Bus auf, mit dem sie auf keinen Fall fahren möchte. Auch recht. So sitzen außer uns nur noch 2 Spanier mit im Bus, als wir um 9:15 starten. Einige andere Busse fahren ebenfalls mit uns los.
Es geht über Land, durch viele Dörfer, einige Städte, mal mehr, meistens weniger sauber. Wir sammeln immer mal ein paar Leute ein. Voll wird der Bus aber nie. Der Fahrer macht seine Sache ordentlich und die Tablette wirkt auch. Ich fühle mich ein bisschen dämmrig, aber schlecht ist mir nicht. Wir sehen Kinder in Schuluniformen zur Schule gehen, später zur Mittagspause. Wir machen einen kurzen Tankstopp, dann wird die Umgebung bergiger. In einer Kurve ist eine Fahrspur gesperrt. Hier liegt ein Felsbrocken auf der Fahrbahn und nicht weit davon entfernt ein Müllsack, aus dem zwei Füße herausschauen. Polizisten stehen drumherum. Unsere erste Leiche in Nepal liegt auf der Straße - und scheint noch nicht mal ein Verkehrstoter zu sein. 
In den Bergen stockt der Verkehr immer wieder. LKW fahren nur sehr langsam hinauf, werden überholt. Irgendwann machen wir eine halbe Stunde Mittagspause an einer Raststätte. Wir sind der erste Bus. Dann kommt einige Minuten später der Bus mit der Nörgeltante, dann noch einer aus Chitwan. Ich esse ein Sandwich und kaufe mir draußen noch ein paar Mandarinen. Die Fahrt geht langsam weiter wie bisher. KTM liegt halt auch hoch. Öfter mal müssen große Schlaglöcher umfahren werden oder die Asphaltdecke ist ganz weg. Wir sehen viele Männer am Straßenrand pinkeln. Auch viele Krankenwägen sind heute unterwegs. Gegen 15:30 sehen wir endlich KTM vor uns liegen. Der Bus quält sich durch den Verkehr. Am Endpunkt irgendwo nördlich von Thamel, nachdem wir den besseren Stopp verpasst und Swayambunath einmal umrundet haben, steigen wir aus und fahren für 300NRS wieder Richtung Süden zur Freak Street. Hier soll es preiswerte Gasthäuser geben und nachts nicht so viel los sein. Es geht durch enge Gassen und irgendwann sind wir da. Wir checken in die Annapurna Lodge ein und bekommen ein Zimmer für 500NRS mit Klo und Dusche auf dem Gang. Okay. Wir duschen erstmal.
Dann ist es schon dunkel, als wir die Freak Street erkunden und uns dann über den Durbar Square durch die Menge auf den Weg nach Thamel zum Abendessen machen. Immer wieder hupt es und Motorräder fahren vorbei. Nervig. Wir haben leider keinen Stadtplan dabei und weil wir nicht genau wissen, welche der vielen Gassen zum Ziel führen, kehren wir irgendwann um und beschließen, bei uns zu essen. Am Guest House ist auch gleich ein Restaurant. Wir bestellen Tee, ich update einige Apps mittels WiFi und dann kommt das Essen. Ich bekomme Fish & Chips, aber die Portion ist eher mager. Also machen wir uns nach dem Essen noch mal kurz auf und kaufen auf der mittlerweile recht ruhigen Freak Street noch Kekse. Ich esse eine halbe Rolle Oreos, dann bin ich satt. Ich lese noch, während A. schon schläft.


Dienstag, 18. Februar 2014

Ein Tag im Chitwan-Nationalpark



Mitten in der Nacht bellen einige Hunde. Um 6:40 bin ich wach und gucke im Internet, was es so Neues gibt. Um 7:00 klingelt der Wecker. Ich habe ein bisschen Durchfall, aber nicht schlimm. Um 7:30 gibt es Frühstück: 3 Scheiben Toast, Rührei, Marmelade. Wir verabschieden uns vom Iraner und dann geht es zur Elefanten-Safari. Zu dritt auf dem Motorrad, weil das Auto nicht anspringt. Wah! Das ist ja nichts für mich. Trotzdem kommen wir heil an und dürfen gleich auf einen Elefanten, zusammen mit einem nepalesischen Pärchen. Der Elefant schaukelt los.

"unser" Elefant: friedlich und bunt bemalt

Durch den Fluss geht es in den Wald. Hier und da nimmt der Elefant einen kleinen Snack. Auch andere Touristen sind unterwegs. Bald stöbert eine Gruppe ein Nashorn auf, das im Wald geschlafen hat. Ein Spektakel: das Wort verbreitet sich und von überall her kommen Elefanten mit Touristen. Die Chinesen sind die lautesten. Irgendwie hatte ich mir das Ganze ruhig vorgestellt. Wahrscheinlich nehmen alle Tiere dank dem Lärmpegel Reißaus, zumindest sehen wir auf der Seite des Flusses keins mehr. Wir wechseln wieder die Flussseite und sehen hier noch ein Krokodil und drüben bald wieder Nashörner. Erst eine Mama mit einem größeren Kind und dann, friedlich grasend auf einer Lichtung, eine andere Mama mit einem kleineren Baby. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich sitzen soll. Mein rechtes Knie tut schon weh. Wir schaukeln langsam zurück und sehen noch ein paar Wildschweine und Rehe, die aber sofort flüchten. Dann erreicht die Karawane wieder den Ausgangsort und wir steigen ab. 
 
das erste Nashorn

Nr. 2 & 3 umringt von Touristen auf Elefanten

ein friedliches Bild

Glücklicherweise steht nun auch das Auto bereit, das uns zurück ins Hotel fährt. Von dort laufen wir zur Elefantenbadestelle, wo unsere Elefanten ordentlich gewaschen und mit Steinen massiert werden. Hier können Touristen auch mit / auf den Elefanten ein Bad nehmen, aber wir schauen nur zu. Ein junger Mann kollabiert, vermutlich dehydriert, er hat wohl auch Durchfall, erfahren wir von anderen. Aber es sind schon andere Leute da, die ihm Wasser einflößen und ihn dann in den Schatten schaffen. Wir schauen noch eine Weile den Elefanten zu und gehen dann ins Hotel zurück. 

Elefantenbad

friedliche Stimmung am Fluss

Zum Mittagessen gibt es Momos mit Büffelfleisch, was aber genauso schmeckt wie Rindfleisch. Dann mieten wir uns Fahrräder und fahren zusammen mit unserem Guide in sein Heimatdorf 3km entfernt. Wenigstens geht es fast nur auf Teerpisten, denn die Räder sind ziemlich klapprig. Wir besuchen erst eine Tharu-Siedlung, wo je eine Familie in einem Raum zusammen lebt, dann seine sehr nette Mutter und dann seine Schwester. Das Leben ist auch hier nicht einfach. Dann geht es zurück. Wir geben die Räder wieder ab, Gesäß und Knie danken es uns, die Sättel waren sehr hart und viel zu tief eingestellt. Wir laufen an den Fluss, wo es in 2h den Sonnenuntergang zu beobachten gäbe. Wir quatschen noch eine Weile und gehen dann zurück zum Hotel zum Duschen. Wir essen noch eine Kleinigkeit und sind pünktlich zum Sonnenuntergang wieder am Fluss.

eine nepalesische Küche

Sonnenuntergang am Fluss

Dann gehen wir wieder zum Hotel zurück und haben noch ein bisschen Freizeit. Um halb 7 gehen wir in die Veranstaltungshalle und warten noch, während sich die Sitzplätze immer mehr füllen. Um 19:00 geht die Tharu Culture Show los. Mit Stock- und anderen Tänzen wirbeln die Akteure über die Bühne. Wahnsinn. Im Anschluss bekommen wir unser Abendessen: Eier-Curry mit Chapati. Sehr lecker. Wir unterhalten uns noch kurz mit unserem Guide, dann gehen wir ins Bett.

Sonntag, 16. Februar 2014

-> Chitwan-Nationalpark


Um 6:00 klingelt der Wecker und reißt uns aus dem Schlaf. Wir ziehen uns an, packen fertig, essen Brown Bread und dann geht es auch schon los. Meine Tasche ist verdammt schwer. Naja, egal. Ich fühle mich wie ein Porter, als wir zum Busbahnhof laufen und vermisse meinen Hüftgurt. Mit dem wäre dieses Gewicht noch erträglich. Als wir ankommen, fühle ich mich ein paar Zentimeter kleiner. Es ist viel los. Busse und Contactor-Jungs stehen rum, Touris suchen, Händler wollen Bäckerei-Stückchen verkaufen. Wir finden unseren Bus, das Gepäck wird verladen. Wir haben sogar feste Sitzplätze. Es ist wieder neblig heute. Heute ist ziemlich viel Verkehr und wir müssen immer wieder ruckartig bremsen. Das gefällt meinem Magen nun gar nicht, also schließe ich bald die Augen und versuche, mich auszuklinken. Leider muss ich alle paar Minuten mal das Fenster neben mir schließen, weil dessen Verriegelung nicht funktioniert und es durch das Geruckel immer wieder aufgeht. Nerv. Nach 2h machen wir Pause an einem „Rasthof“. A. trinkt einen Kaffee, ich nehme eine Vomex und fühle mich recht benommen. Von der Weiterfahrt bekomme ich dann auch nicht mehr so viel mit. Irgendwann halten wir in einer großen Stadt und sammeln die Spanier auf. Wieder altbekannte Gesichter. Ca. eine Stunde später haben wir es dann endlich geschafft. Mittlerweile scheint die Sonne. Ich bin ganz schön fertig. Aber immerhin hat die Vomex geholfen. Wir werden abgeholt und fahren mit einem alten Auto, dessen Kofferraumklappe schlecht aufzubekommen ist, in ein paar Minuten zum Hotel. Wie mit aller Selbstverständlichkeit gibt es hier Pferdekutschen und Elefantenreiter. Ich staune.

Morgens am Busparkplatz

Wir bekommen ein großes Zimmer mit Bad und sogar Handtücher und Klopapier. Wir machen uns kurz frisch und gehen dann runter zum Mittagessen. Eigentlich habe ich gar keinen Hunger, aber essen und vor allem trinken tut ziemlich gut. Anschließend ruhen wir uns noch kurz aus und dann soll es ja schon losgehen. Da ist dann draußen auf der Straße erstmal viel los. Eine feiernde Gruppe schwenkt Fähnchen der Gewinnerpartei der Wahl und der neue Ministerpräsident zeigt sich. Er hat wohl heute Morgen hier schon eine Rede gehalten und sei sehr beliebt, erfahren wir. Der Tross zieht weiter und mit dem einzig anderen Hotelgast, einem netten Iraner, fahren wir ein Stück in den Nationalpark zu einem kleinen Fluss. 

Vor dem Hotel: das Symbol der Sieger-Partei auf der Straße

Verkehrsmittel Elefant

Der neue Präsident Nepals (in der Mitte rechts)

Wir werden in ein Boot gesetzt und mit der Strömung geht es dann flussabwärts. Wir sehen auch gleich schon die ersten Krokodile, die faul in der Sonne liegen. Auch viele Vögel fliegen umher. Wir sehen Falken, Pfauen und andere. Nach einer Weile gehen wir an Land und unsere Dschungeltour beginnt. Wir werden erst gebrieft, was im Falle des Treffens auf große Tiere gemacht werden soll. Dann laufen wir eine Weile herum, aber das einzig Spannende, was wir sehen, sind Rhino-Haufen und Termitenhügel. Aber das macht nichts. Ich muss jetzt nicht unbedingt einem Tiger gegenüber stehen.


Krokodile am Fluss

Termitenhügel im Wald

Die Sonne sinkt tiefer und wir schauen uns noch die Elefantenaufzuchtstation an. Hier gibt es auch einige kleine Elefanten. Anschließend geht es über eine Brücke zurück ans andere Ufer des Flusses. Wir unterhalten uns mit dem Iraner, der jetzt eine lange Weltreise macht, auf Deutsch. Weil unser Auto noch nicht da ist, gehen wir eine Weile an der Straße entlang durch ein Dorf mit Lehmbauten und weiter in die Dunkelheit. Wie unterschiedlich das hier doch von der Annapurna-Runde ist. 

in der Elefanten-Aufzuchtstation

Eine Büffelherde durchquert den Fluss

Bald werden wir aufgesammelt und zum Hotel zurück gefahren. Wir duschen. Um 20:00 gehen wir zum Abendessen. Es gibt leckeres Dal Bhat. Anschließend trinke ich mit dem Iraner noch Raksi, was ähnlich schmeckt wie Ouzo. Dann erzählt er noch einiges über sein Land, vor allem über dessen Gastfreundlichkeit. Sehr interessant. Um 21:00 verabschieden wir uns aber müde ins Bett.