Samstag, 31. Dezember 2011

Nicht nur das Jahr ist geschafft!

Servus Leute,
soooo. Der Umzug ist geschafft und es hat alles sehr gut geklappt. Ich hatte aber auch ganz tolle Hilfe :o)
Meine neuen 21m² sind zwar winzig und etwas siffig, aber eingeräumt und mit Bildern und Postern kann man darin leben. Und ich habe sogar eine Badewanne, da hatte ich seit 4einhalb Jahren keine mehr.
Gestern sollte der Telekom-Techniker kommen, und mich an Festnetz und Internet anschließen. Leider kam er nicht. So wird es wohl noch mindestens anderthalb Wochen dauern, bis ich hinterm Mond wieder vorkommen darf. *grummel* Dafür habe ich mir heute noch ein paar DVDs gekauft, ich hab ja dann nicht so viel zu tun, wenn ich daheim bin. Dann kann ich vielleicht noch mehr stricken und nähen. Ins Internet muss ich dann bei Freunden gehen, das geht ja auch erstmal. Übermorgen ist mein erster Arbeitstag hier, da bin ich schon mal gespannt drauf. Aber jetzt wird erstmal Sylvester gefeiert.
Ich darf auf ein sehr erfolgreiches 2011 zurückschauen. Es hat aber auch fast alles geklappt, so wie ich mir das vorgestellt habe. Im Frühjahr bin ich den Jakobsweg gelaufen, im Sommer von München nach Venedig. Dann habe ich meine Entscheidung gefällt, wie und wo es persönlich so mit mir weitergehen soll und sitze nun nicht mehr in Ulm sondern in Erlangen. Es hat sich also einiges geändert und ich bin sehr gespannt, wie es in 2012 so weiter geht. Große Ziele habe ich erstmal keine, eine schöne Wohnung finden und einrichten, noch keine konkreten Reiseziele (außer "Wandern in den Alpen") und sonst... mal schauen, was so kommt.
Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und ein ganz tolles 2012!!!

Montag, 26. Dezember 2011

Der Countdown läuft...

Die letzten Kisten sind fast fertig gepackt. Leider hab ich doch mehr Zeug, als ich dachte. Meine Töpfe und ein bisschen Tupper haben noch keinen Platz gefunden. Werde ich das alles in meinem kleinen Wohnheim-Appartement unterbringen können? Von 65m² auf 21m² zu ziehen ist doch eine logistische Herausforderung. Aber auch wenn ich hier ab und zu die Krise schiebe, kann ich das ja eigentlich. Kisten packen und organisieren.
In zwei Stunden beginnt mein allerletzter Nachtdienst. Mal sehen, was die Patienten so an Überraschungen für mich bereithalten. Aber eigentlich hoffe ich, dass es ruhig wird.
Dann kommt noch die allerletzte Verabschiedung. Spind ausräumen. Der Kloß in meinem Hals wird groß sein... ich mag keine Abschiede.
Morgen muss ich noch die Poster von den Wänden machen, ein bisschen über irgendwelche Löcher malen, eine Lampe abmontieren, mein allerletztes Zeug zusammen packen und dann auf meine Helfer warten. Transporter holen, voll laden. Uns einen schönen Abend machen. Mittwoch geht's früh los, ich muss ja um 11:30 meinen Schlüssel holen. Autos ausladen, Kisten auspacken... ich bin froh, wenn alles vorbei ist.

Freitag, 23. Dezember 2011

So schaut's aus...

2 von 6 Nachtdiensten habe ich schon hinter mir und ich muss mich von immer mehr Kollegen verabschieden, was total schade ist, weil ich die meisten doch echt gern habe. Aber andererseits freue ich mich auch schon richtig auf Erlangen.
Meine Wohnung verändert sich auch jeden Tag mehr. Es gibt nicht mehr allzu viele Sachen, die noch nicht in Kartons umgezogen sind. Glücklicherweise bleiben die meisten Möbel ja hier, so dass ich auch nicht so viel zum Auseinandernehmen habe. Hier ist mal ein Foto, wie es momentan in meinem Wohnzimmer ausschaut.


Morgen wasche ich noch eine letzte Maschine Wäsche. Der Tiefkühlschrank ist schon abgetaut. Der Transporter ist bestellt. Ich war heute noch ein letztes Mal einkaufen. Die Feiertage können also kommen. Hier stehen dann nur noch Kleinigkeiten an. Bilder und Poster abhängen, Klamotten einpacken, die Küche zusammenpacken und ansonsten kann ich mir noch ein paar ruhige Tage machen. Mal schauen, wie das Wetter wird. Ich hoffe ja nochmal auf ein paar Sonnenstrahlen, damit ich nochmal schön spazieren gehen kann.
Bis demnächst und frohe Weihnachten euch allen und euren Lieben!!

Montag, 19. Dezember 2011

5 vor 12

Das ist die Uhrzeit, bei der meine Küchenuhr letzte Woche stehen geblieben ist. Schon gruselig.
Meine Zeit in Ulm neigt sich dem Ende zu und ich erlebe gerade ganz viele "letzte Male". Gestern der letzte Spätdienst, heute der letzte Frühdienst, die letzte Visite. Mitarbeiterausweis abgeben, den Spind so langsam leer räumen. Ich muss mich schon von einigen Leuten verabschieden, was schon komisch und traurig ist. Aber ich freue mich auch auf das, was kommt.
Morgen in einer Woche kommen meine lieben Umzugshelfer und bis dahin habe ich noch einiges zu tun. Weiterhin Kartons packen, umschieben, planen, ein paar Möbel auseinander nehmen, meinen Tiefkühlschrank noch komplett leeren und auftauen, Wäsche waschen, putzen und, ach ja, 6 Nachtdienste habe ich ja auch noch. Es sieht also nach einem geschäftigen Weihnachten aus. Aber das soll mir ja recht sein...

Montag, 5. Dezember 2011

Abschied II

Letzte Woche war ich wieder viel beschäftigt. Erst Besuch bekommen, auf dem Ulmer Weihnachtsmarkt gewesen, dann noch wandern im Sonnenschein und der Kronenbrauerei in Söflingen einen Besuch abgestattet.


Während sich mein Fahrrad schon mal auf den Weg nach Erlangen machte, ging es für mich weiter Richtung Stuttgart. Doch vorher machte ich einen Umweg, da ich noch einmal in Münsingen im FriedWald vorbeischauen wollte, um von Mamas Baum Abschied zu nehmen. Passenderweise fing es dort an zu regnen. Ich habe den Baum sofort gefunden, aber es war natürlich wieder sehr traurig. Wann werde ich es wohl das nächste Mal schaffen, hier vorbei zu fahren? :o(



In Stuttgart bin ich gut angekommen und wurde gleich abgelenkt mit vollem Programm: einkaufen, Kind bespaßen, kochen, Kuchen backen, Kekse naschen, Socken stricken (nachdem ich zwar meine Nähmaschine dabei hatte, aber keinen Plan, was ich nähen wollte), quatschen, Spaß haben....
Hier sind Silvi und ihre Enkelin Leonie, deren zweiten Geburtstag wir am Freitag gefeiert  haben.


Abends im strömenden Regen zurück nach Ulm, dann am Samstag hatte ich ja schon wieder was vor. Die letzte Wanderung mit der Uniklinik-Gruppe stand an: an der Iller von Sonthofen nach Oberstdorf. Es war zwar bedeckt, hat aber nicht geregnet. Hier ein paar Eindrücke:










Auf dem kleinen Oberstdorfer Weihnachtsmarkt gab's dann noch Glühwein und Waffeln für uns, bevor uns die Deutsche Bahn wieder nach Ulm gebracht hat. Hier war es mittlerweile sehr windig und kalt und ich hatte Fieber. Heute geht's mir zwar ein bisschen besser, aber ich bin erstmal krank geschrieben. Kranksein hat auch seine Vorteile, endlich kann ich mal die DVDs gucken, die noch in meinem Regal darauf warten, angeschaut zu werden... bis demnächst!

Sonntag, 27. November 2011

Volksabstimmung Stuttgart 21

Hey, der Sonntag macht seinem Namen alle Ehre: sonnig und 10°C! :o)
Meine Bürgerpflichten habe ich auch schon erledigt...


Mittwoch, 23. November 2011

Vorfreude I

Es liegen ein paar schöne Tage hinter mir. :o) Das lag nicht nur daran, dass ich endlich frei hatte und der Nebelsuppe entfliehen durfte, sondern vor allem an vielen schönen und lustigen Stunden mit meinen Freunden in und um Erlangen.


Am Hugo wird schon mal der Weihnachtsbaum geschmückt. Und beachtet den blauen Himmel!!!
Ich habe mir meine neue Bleibe angeschaut, im Wohnheim, wird schon taugen für eine Weile, bis ich eine Wohnung gefunden habe. Dann gab's leckeres Frühstück im Teehaus, einen Stadtbummel in der Sonne, Winterreifen für die Lucy, viel zu essen von der Post in Möhrendorf (yummie!), einen lustigen Spieleabend, eine Fahrradtour in der Sonne, Cocktails in der Havanna-Bar und eine Geburtstagsparty...
Hab ich was vergessen? Keine Ahnung. Auf jeden Fall freue ich mich schon, wieder heimzukehren. :o)
Meine Zeit in Ulm geht also zu Ende. Heute sind es noch genau 5 Wochen bis zum Umzug. Und bis dahin habe ich noch so einiges vor.
Auch hier war ich wieder nicht ganz untätig und hab mich vor meine Nähmaschine gesetzt und eine Tasche für mein Strickzeug genäht. Bisher hatte ich das unterwegs immer in einer Plastiktüte dabei, die natürlich nach jedem Transport mehr Löcher von den Stricknadeln hatte. Also musste langsam Ersatz her. Und hier mein Ergebnis:



Ich bin ganz stolz drauf, auch wenn ich noch viel lernen muss. Die Ränder könnten sauberer sein und unter die Druckknöpfe hätte ich vielleicht eine dickere Lage Stoff zum Verstärken unternähen sollen. Naja, muss ich sie halt vorsichtig öffnen... ;o)
Natürlich hab ich noch ein paar Innenfächer reingenäht, für mein Nadelkästchen und Strick- und Häkelnadeln, die ich nicht brauche. Der Innenstoff ist recht fest, da sollten es die Stricknadeln schwerer haben mit dem Durchpieksen. Die Strümpfe sind übrigens für die Tochter einer Freundin, die nächste Woche ihren 2. Geburtstag feiert... :o)

Ein Regenbogen im Nebel

So, bevor ich nachher meinen Rechner wieder aus der Werkstatt abhole und es wieder ein paar neue Fotos vom Wochenende und meiner neuen Stricktasche gibt, hier nur ein kleines Quiz, das ich gerade gemacht habe...
Your rainbow is shaded green.

 
 
 
 
 
 
 

What is says about you: You are an intelligent person. You feel strong ties to nature and your mood changes with its cycles. Those around you admire your fresh outlook and vitality.

Find the colors of your rainbow at spacefem.com.

Donnerstag, 10. November 2011

Abschied Teil 1

Der Nebel frisst gerade meine Straße... naja, ich muss eh nicht so viel raus heute.


Gestern gab's dafür ein paar Lichtblicke und ich war ein wenig in der Stadt unterwegs. Weil ich am Hugendubel ja nicht vorbeikomme, ohne reinzugehen, hab ich da natürlich auch gleich was gefunden. Mein neues Gästebuch und ein paar Postkarten...


Gestern habe ich meine Kündigung eingereicht und den neuen Vertrag weggeschickt. Ansonsten versuche ich gerade, meine Wohnung zu verticken. Nachher kommen nochmal ein paar Leute, um sich die anzugucken. Aber da bin ich sehr positiv. Die werde ich schon los. :o) Bis demnächst!

Dienstag, 8. November 2011

Die Abschiedstour kann beginnen...

Es gibt Neues!
Während der Nebel gerade die Stadt frisst (das werde ich nicht vermissen), flatterte heute Mittag mein neuer Vertrag in den Briefkasten! :o) Ich hätte mein megafettes Grinsen gern mit euch geteilt. Morgen schicke ich den dann unterschrieben zurück. Und die Arbeit bekommt fristgerecht meine Kündigung.
Ach ja, die Arbeit. Eine "sehr nette" Patientin hat heute versucht, mich mit meinem Kuli zu erstechen. Zack, da hatte sie ihn aus meiner Brusttasche rausgezogen. Diese Schnelligkeit hätte man einer Dame ihren Alters gar nicht zugetraut. Schnell ausgewichen, da hat sie nur den Arm erwischt. Den dann aber blutig gestochen und mein schöner Kuli ist auch draufgegangen... Auf dem Heimweg vom Spätdienst war ich dann noch schnell im Kaufland. Die langen Öffnungszeiten werde ich vermissen.
Die Wohnungssuche in Erlangen kann ich auch recht entspannt angehen, weil ich ein Appartement im Wohnheim sicher habe. Das gucke ich mir nächste Woche mal genauer an. Gestern habe ich meinen Urlaubsplan für nächstes Jahr bekommen. Und heute den Dienstplan für Januar. ;o)
Noch anderthalb Monate. Die Abschiedstour von Ulm und Schwaben kann nun richtig offiziell beginnen...

Dienstag, 16. August 2011

Jesolo -> Venedig


Der letzte Tag! Wahnsinn. Wir frühstücken wieder sehr süß und machen uns danach auf den Weg. Wir verlassen Jesolo und gehen noch mal auf einem Hochwasserdamm entlang. Zu unserer Linken ragen vereinzelte Hoteltürme vom Lido di Jesolo auf, zu unserer Rechten in der Ferne die Berge. Ich grüble lange darüber, wie wir das geschafft haben. 

die andere Seite von Tourismus


im Hintergrund die Berge, über die wir kamen...

So viele Eindrücke aus den letzten Wochen durchfluten mich und es scheint, als ob Isar, Karwendel, Lüsner Alm, Sella-Stock und all die anderen verschiednen Gegenden und Erlebnisse schon ewig her sind. Sind wir wirklich zu Fuß hierher gelaufen? Es scheint so krass, aber wir haben es geschafft. Ich freue mich und trotzdem ist es komisch. In der Ferne taucht ab und zu die Hauptstraße auf, wir sehen viele Autos auf dem Weg zum Strand. Plötzlich sind wir hier in der Hochsaison mitten in einer beliebten Ferienregion angekommen. Wir überqueren die Ponte Cavallino und befinden uns nun auf dem letzten Stück Festland, der Halbinsel Cavallino, bis zu deren Ende wir noch laufen müssen, bevor wir mit der Fähre nach Venedig übersetzen. Aber erstmal gehen wir an den Strand! Das Meer, hier ist der Weg zu Ende! 



Um uns herum viele Badende, die ich aber gut ausblenden kann. Ich denke an meine Camino-Familie, so müssen sich diejenigen gefühlt haben, die bis Finisterre durchlaufen konnten. Toll! M. stößt mit dem Fuß an einen Felsen, der im Sand versteckt ist und tut sich am Fuß weh. Er kann nur noch humpeln und wir verlassen den Strand wieder über einen Campingplatz, wo sich M. erstmal verarztet. Er kann dann aber doch wieder gut weiterlaufen. In einem Supermarkt holen wir uns was zu essen und setzten dann den langen Weg bis ans Ende der Landzunge an der Hauptstraße entlang fort. Autos und Wohnmobile aus allen möglichen Ländern fahren hier lang, es sind sehr viele deutsche dabei. Von Punta Sabbioni setzen wir recht unspektakulär mit der Fähre nach Venedig über. Dann sind wir da. Am Markusplatz, in Unmengen von Touristen, endet unsere Tour.

Danke! :)

das Ziel: der Markusplatz




Wir treffen Zoe wieder und freuen uns über das Wiedersehen. Wir verbringen noch 2 Tage in Venedig und durchstreifen viele Gassen, beobachten die Einheimischen, die Touristen, die Möwen und genießen die Stadt bevor uns der Nachtzug wieder nach Deutschland bringt und ein weiteres Abenteuer vorbei ist.

Montag, 15. August 2011

Bocca Callalta -> Jesolo


Das Handy klingelt um 6:30 und wieder hocken viele Mücken an der Wand und schwirren umher. Wah, wo kommen die alle her? Anziehen, Cortison-Salbe schmieren. Frühstück: Aufbackbrötchen und Zwieback mit Marmelade. Dann packen wir schnell die Reste und verschwinden von hier. Draußen ist es bewölkt, was gut ist, so ist es nicht ganz so heiß. Auf einem Hochwasserdamm mit Fahrstraße geht es bis zum nächsten Ort, Zenson di Piave, wo wir durch den Ort abkürzen und dann wieder auf dem Damm weiterlaufen. Ein paar Italiener weisen uns den Weg nach Venedig. Die Sonne versteckt sich immer mal wieder hinter den Wolken. Dann geht’s wieder runter vom Damm. Ich warte auf M., der eine Ibu eingeworfen hat und dann ein Stück Straße über die Autobahn. Hier könnten wir theoretisch weiterlaufen, M. hat aber Angst vor dem Autoverkehr, also geht’s zurück auf den Hochwasserdamm, dem wir einige Zeit treu bleiben. Waghalsig überqueren wir Bahngleise, nachdem 3 Züge durchgefahren sind und laufen dann noch bis Musile, wo wir den Damm endgültig verlassen und durch den Ort gehen. Es ist 11:30, wir sind eine halbe Stunde schneller, als die Bücher angeben. Weiter geht’s wieder ein Stück an einer Landstraße entlang. Ich habe mal wieder Hunger. Die Straße zieht sich, es geht an einem Kreisverkehr vorbei und dann über Nebenstraßen und Wege an den Piave Vecchio. Wir warten an einer Schiffbrücke, bis diese wieder aufmacht und dann geht’s am Sile entlang. Noch 10km bis Jesolo, 22km haben wir schon geschafft. Ein Stück laufen wir noch auf dem wenig befahrenen Weg, dann machen wir wieder in Ermangelung einer besseren Möglichkeit, Mittagspause am Straßenrand. Mittlerweile ist es 13:10 und nach dem spärlichen Frühstück ist mein Magen sehr leer. Ab und zu fallen ein paar Raupen von den Bäumen. 


ein erster Blick auf die Lagune
Weiter geht’s immer auf der gleichen Straße. Meine Gedanken schweifen in die Fantasiewelt. Es wird wieder wärmer, die Sonne hat sich wieder durch die Wolken gekämpft. Der Weg zieht sich. Mal sehen wir links den Sile, mal rechts die Lagune. Ein paar Häuser, Mais, Wein. Dann erreichen wir irgendwann Jesolo und suchen und finden das Hotel. Es ist 15:30. Das Hotel hat zu, die dazugehörige Taverne macht um 16:30 auf. Na toll. Wir sitzen im Schatten und warten. Unterhalten uns, lesen die morgige, allerletzte Etappe. Um 16:30 ist immer noch keiner da. Ich rufe in der anderen Unterkunft an, die aber für heute Nacht auch kein Zimmer mehr frei hat. Ich finde durch Zufall die Telefonnummer von unserem Hotel auf meiner Unterkunftsliste. Ich wusste gar nicht mehr, dass ich die überhaupt hatte. Ich rufe an, die Dame des Hauses nimmt ab und 5 Minuten später dürfen wir dann einchecken. Es gibt keine Entschuldigung, nichts. Dafür ist das Zimmer sehr angenehm. Sollte es auch sein, schließlich ist hier die teuerste Übernachtung der ganzen Tour. Nach unseren Erfahrungen der letzten Nacht drehen wir gleich die Klimaanlage auf und öffnen die Fenster nur, um neuen Sauerstoff reinzulassen. Wir duschen, waschen Wäsche und chillen ein bisschen.
Abends machen wir uns auf die Suche nach einem Restaurant, können uns aber noch nicht so entscheiden und laufen erstmal ein bisschen hin und her. Plötzlich ein lauter Knall und 20m weiter liegt eine ältere Dame mitten auf der Hauptstraße. Wir stürmen hin. Sie blutet aus einer Kopfplatzwunde, ist nicht ansprechbar und hat ein sehr unphysiologisches Atemmuster. M. hat schon Handschuhe an, während ich vergeblich versuche, die Dame anzusprechen. Mein Italienisch ist ja auch nicht gerade berauschend. Mehrere Italiener finden sich zusammen und während zwei von ihnen, anscheinend keine Laien, die Erste Hilfe mit übernehmen und ein anderer Teil den Rettungsdienst und die Polizei verständigt, stehe ich auf der Hauptstraße und regle den Verkehr. Die Guardia Civil kommt und guckt sich das Ganze mit an, telefoniert herum. Die Frau scheint währenddessen das Bewusstsein wiedererlangt zu haben, ist aber nicht orientiert. Der Rettungsdienst kommt endlich und bald darauf ist auch ein Helikopter zu hören. Aus dem seilt sich der Notarzt ab. Ein Polizist fragt, was geschehen sei, aber bis auf den lauten Knall können wir ihm auch nichts berichten. Die professionelle Hilfe macht weiter und M. und ich uns wieder auf Nahrungssuche. Wir entscheiden uns für ein recht volles Restaurant und essen gut. Auf dem Rückweg ist die Unfallstelle schon geräumt. Was wohl aus der alten Dame geworden ist?

Rettungseinsatz in Jesolo

Sonntag, 14. August 2011

Ponte della Priulà -> Bocca Callalta


Die Mücken kamen gegen Morgen. Es hat nicht viel abgekühlt und ich lag ziemlich aufgedeckt und wache um 5:30 auf, weil meine Beine an mehreren Stellen jucken. Ich wickle mich in die dünne Decke ein und döse noch eine Stunde. Aufstehen, fertig machen. Frühstück im Zimmer. M. hat Kopf- und bekommt Zahnweh. Das Außenthermometer zeigt 25°C um 8:30. Puh. Da geht das Geschwitze schon los. Am Ortsrand geht es auf einen recht zugewachsenen Hochwasserdamm, wo wir uns bei Schwüle durch den Dschungel kämpfen. Nach einer Stunde werden die Wege besser, ab jetzt geht es fast ausschließlich auf Fahrwegen weiter. Ich fantasiere schön vor mich hin, was bei der Hitze sehr gut geht. In Cimadolmo finden wir die Roxy-Bar nicht, wo wir zwei große Getränke von den Bikern vom Col Visentin spendiert bekommen hätten. Wir suchen aber auch nicht den ganzen Ort ab. Weil der Hochwasserdamm hier als Ortsumgehungsstraße fungiert, laufen wir auf dem Gehweg der alten Durchfahrtsstraße weiter, der 3km lang bis Stabiuzzo führt. 

Kiwibaum


Danach geht’s noch mal ein wenig an der nicht so arg befahrenen Straße weiter, bevor wir nach einer Kreuzung kurz auf einem Feldweg und dann wieder auf einem Sträßchen auf dem Damm weiterlaufen. Um uns herum viel Wein und Mais, kleine Orte, einzelne Häuser, viele recht alt und / oder heruntergekommen. Pipi-Pause und ein bisschen später in Ermangelung eines besseren Platzes Mittagspause am Straßen- und Dammrand, Füße auf dem Gras hängen lassen. Die Schwüle hat sich gelegt, warm ist es trotzdem. Dank der Abkürzung über die Straße durch Cimadolmo haben wir Zeit gut gemacht. Ich hoffe, morgen geht das auch, da wäre die Etappe an sich 8h lang. Das macht bei der Hitze keinen Spaß. Mein Ausschlag ist nicht mehr ganz so entzündet und geschwollen und tut auch weniger weh als gestern. Habe morgens gleich noch mal Cortison darauf und auf die Mückenstiche geschmiert. Dann geht’s weiter. Noch das Sträßchen bis Ponte de Piave unter der Bahnlinie durch und dann an einer großen Straße am Fahrbahnrand über den Piave, den wir seit Belluno das erste Mal wieder zu Gesicht bekommen, auch wenn wir seit anderthalb Tagen dessen Ufer folgen. Am Fluss baden und grillen Leute. Im Großen und Ganzen war der Tag recht ereignislos, von den Blicken zurück auf Hügel und Berge haben wir wegen Dunst wenig gehabt. M. quält sich mit all seinen Schmerzen. Ich habe recht gut in meiner Fantasiewelt gelebt. Das Albergo Callalta finden wir recht bald. Nach dem Einchecken dusche ich kalt und wasche noch mal einiges. Dann chillen wir den Rest des Nachmittags, was auch sehr gut tut. Um 20:00 gehen / humpeln wir noch ein bisschen die Hauptstraße auf und ab und essen dann Pizza im Haus. Eine italienische Familie mit einer etwas hyperaktiven Tochter isst auch draußen, alle anderen essen innen. Es hat schon etwas abgekühlt, ist deutlich angenehmer als gestern Abend. Zum Nachtisch gibt’s Eis, das ist aber nicht so lecker. Auf dem Zimmer schließen wir die Fenster und schreiben. Morgen gibt’s ab 7:00 Frühstück, vielleicht kommen wir ja etwas eher los. Ich will nicht so ewig in der großen Hitze laufen. Hoffe, wir können ein bisschen was abkürzen. Morgen ist Maria Himmelfahrt, vielleicht ist wegen des Feiertags wenig Verkehr.

der Piave: fast wie an der Isar

Und dann kam die Nacht. Eine Mücke war abends im Zimmer, vielleicht zwei. Nachts waren es dann Dutzende. Ich habe es zuerst gar nicht so mitbekommen. Es war total heiß, ich konnte kaum schlafen, bin mehrmals aufgestanden, habe was getrunken, mich abgewaschen. Um kurz vor halb 4 steht M. auf, meint, er könne das Gesurre nicht mehr ertragen. Immer wieder kreisen Mücken um die Ohren, er hat auch schon mehrfach um sich geschlagen. Wir schließen die Fenster, machen Licht an und überall sind sie, an der Wand, an der Decke, in der Luft surrend, tot im Bett und an M. Mit Latschen und einem feuchten Handtuch erledigen wir viele, viele, aber es ist eine Sisyphos-Arbeit. Es kommen immer neue nach. Irgendwann haben wir es fast geschafft. Wir schwitzen wie irre, ich schalte die Klimaanlage ein, ein bisschen Abkühlung. Wir duschen noch mal, mittlerweile ist es halb 5 und schlafen mit eingeschalteter Klimaanlage den Rest der Nacht, lang ist es ja nicht mehr. Ein, zwei Mücken leben wohl auch noch…

Samstag, 13. August 2011

Tarzo -> Ponte della Priulà


Aufstehen um 7:00, es hat zumindest ein bisschen abgekühlt. Die Wäsche ist trocken geworden. Zum Frühstück gibt’s frische warme Brötchen mit Apfelmus. Christina kommt auch zum Essen und fragt, ob sie das erste Stück mit uns laufen kann. Kein Problem. Es ist schon sehr warm, als wir um kurz vor 9:00 starten. Ich trage Crocs, weil meine Füße so heiß sind. Die Unterschenkel sind etwas geschwollen, rechts mehr als links. Anfangs geht’s sehr hügelig durch Wald, kleine Ansiedlungen, auf kaum befahrenen Straßen an Weinbergen vorbei. Das hier ist die Prosecco-Gegend. Das Laufen geht gut. Um kurz vor 11 sind wir an der Mulinetto della Croda, einer netten alten Mühle. 3 Graugänse paddeln im Wasser, zu denen M. meint, die hätten aber große Enten hier. 


Kurze Pause, dann geht’s weiter auf der Fahrstraße durch mehrere Orte. Die Füße werden wärmer. Es ist ein bisschen öd und sehr heiß. Puh, ich habe keine Lust mehr. In Barbisano kommen wir leider an keinem Supermarkt vorbei, das heißt, ich muss meine Frischobst-Träume zum Mittagessen begraben. Ich bin genervt. Christina verabschiedet sich, geht einen anderen Weg weiter und fährt dann zurück nach Tarzo, wo sie eine weitere Nacht verbringt. Von dort geht’s dann morgen per Anhalter und Bahn nach Venedig, wo abends ihr Flieger nach Deutschland geht. Wir gehen also allein weiter. Ich habe schon viel Hunger. Ein bisschen schattig geht’s auf einer Nebenstraße nach Collalto hinauf, wo wir am Dorfplatz mit Wasserstelle Pause machen. Ich sitze auf einer Mauer und lasse die Füße baumeln, abkühlen können sie bei der Hitze nicht. Ich esse Kekse und Apfel. Dann geht’s mir schon etwas besser. Die Waden spannen ein wenig. M. geht noch zur Burg rauf und guckt sich ein wenig um. Dann geht’s weiter die Straße entlang. Hier ist fast kein Verkehr. Die Straße geht in einen Schotterweg über, es wird waldig. Ich habe die Bluse wieder ausgezogen. Der Weg zieht sich, ab und zu können wir recht und links in die Ebene schauen. Dann geht’s nach links, die letzten Höhenmeter vor Venedig hinauf und dann durch kleine Örtchen hinunter in die Piave-Ebene. Hier verschürt jemand etwas, es stinkt nach verbranntem Plastik. Die Sonne knallt wieder vom Himmel. Irgendwann erreichen wir Colfosco, überqueren die Hauptstraße und laufen auf dem Hochwasserdamm noch eine Weile recht schattenlos bis Ponte della Priulà. Hier geht’s links weiter und wir gehen gleich mal in den großen Supermarkt an der Brücke, wo es sehr viel Auswahl gibt und ich mich nicht entscheiden kann, was ich nehme, obwohl ich die Dusche schon sehr laut rufen höre. Bis zum Hotel San Carlo sind es dann aber noch mal 10 Minuten entlang der Hauptstraße. Von außen sieht es geschlossen aus, zumindest du Bar hat zu. Wir rütteln an der Tür, geschlossen, aber kurz darauf wird die Tür von innen geöffnet von einer älteren Italienerin, die uns kaum versteht. Sie checkt uns sehr langsam ein und meint, ihre Tochter käme in einer Stunde, die könne englisch. Um 16:30 sind wir dann endlich im Zimmer. Duschen, Haare und Wäsche waschen, danach fühle ich mich gleich besser. 35°C draußen sind einfach zu viel. M. duscht auch. Ich gucke mir die Etappe von morgen an und lege die Beine hoch, die Waden dick eingecremt. Die Füße tun weh, sind ein wenig geschwollen. Nun ja.
Wir chillen ein wenig und fragen uns, wann die Tochter käme. Um 19:00 gehen wir runter. Sie ist da und checkt gerade zwei ältere Sachsen ein, ich übersetze für diese. Wir bekommen einen Schlüssel für die Hintertür, die Bar ist geschlossen, Frühstück gäbe es gegenüber. Wir bezahlen und gehen gleich danach noch in den anderen großen Supermarkt auf der anderen Seite vom Hotel, Frühstück für morgen kaufen, bevor der um 19:30 schließt. Dann schreiben wir noch ein bisschen und machen uns auf den Weg zur Pizzeria, die uns die Hoteldame empfohlen hat. Es sind immer noch 27°C. Wir sitzen draußen. Der Kellner ist sehr nett, spricht englisch mit uns. Ich bestelle eine Gemüsepizza mit Salami. Als unser Essen kommt, treffen die Sachsen ein und ich übersetze noch mal. Das ist schon ein witziges Pärchen: Sie probiert gern alles aus, er mag keine Pizza und hat damals in der Schule ja auch nur Russisch gelernt. Wie hat es die wohl hierher verschlagen? Bestimmt wollen sie noch nach Venedig. Beim Zahlen bekommen M. und ich noch einen Schnaps ausgegeben als Dank fürs Übersetzen.  Zuerst ein pappsüßes Zitronenzeug, dann Liquorice. Der war sehr lecker. Wir verabschieden uns und essen auf dem Heimweg noch Eis. Mittlerweile sind es noch 24°C. Im Hotel hängen wir die gewaschenen Sachen auf den Wäschetrockner auf den Balkon, den ich gerade entdeckt habe. Dann schreiben wir weiter. Ich bin wieder müde, fühle mich im Allgemeinen okay, die Beine tun nicht mehr weh. Ich habe vor dem Abendessen aber auch eine Ibu 400 genommen und Cortison geschmiert.

Freitag, 12. August 2011

Rifugio Col Visentin -> Tarzo


7:00, der Morgen ist klar, ein paar der Biker schon auf den Füßen. Frühstück, packen, beim Bezahlen bekommen wir von Giovanni noch MV-Aufkleber geschenkt. Los geht’s, langbeinig, erstmal eine Stunde den Fahrweg abwärts. Die Dolomiten zur Nord-, Venetien zur Südseite. Ein bisschen diesig ist es, aber warm. Ich zippe die Hosenbeine ab und ziehe kurz darauf das Hemd aus. Dann geht’s ein bisschen den Kamm entlang auf Pfaden, noch mal hoch und runter. Es geht an ein paar Häusern vorbei. Beim Absteigen tut mein rechtes Knie weh. Die Fliegen hier nerven ungemein, schwirren um und in die Ohren, was mich sehr aufregt und der Landschaft seinen Reiz nimmt. Irgendwann gelangen wir beim Rifugio Pian de la Femene auf einen Fahrweg. Hinter uns kommen unsere italienischen Biker den Hang herunter, was bei mir wieder die Frage aufwirft, wie man in dem Gelände Radfahren kann. 


Rückblick auf Belluno und die Dolomiten

Rückblick zum Col Visentin
Weiter geht’s eben auf dem Fahrweg. 700 Höhenmeter sind wir schon abgestiegen. Geradeaus, geradeaus, eine scharfe Linkskurve, dann geht’s weiter geradeaus. Hier sind wenigstens kaum noch Insekten unterwegs und ab und zu gibt’s Schatten. Bald für längere Zeit, als es in den Wald hinein geht, während wir langsam weiter an Höhe verlieren. An einem Baum am Wegesrand mache ich Pipi-Pause und kurze Zeit später sitzen wir auf einem Baumstumpf und machen Mittagspause. Ich habe schon gemerkt, dass meine Waden etwas brennen, sie sind leicht gerötet, jucken aber nicht, also keine Sonnenallergie. Ich denke, ich habe Sonnenbrand. Schmiere etwas Arnikasalbe darauf und zippe die Hosenbeine wieder dran. Dann geht es schier endlos auf Serpentinen bergab. Die Ebene kommt näher, die Waden tun immer mehr weh. Irgendwann sind die Serpentinen vorbei und Sottocroda erreicht. Die Sonne knallt vom Himmel, puh, ist das warm! Die Füße tun weh. Tarzo ist schon in Sicht, es dauert aber noch eine Weile, in der wir erst am Straßenrand, dann auf der Straße laufen, fast von einem Volldeppen überfahren werden, der gerade einen Traktor überholt, bevor wir auf einem Feldweg weitergehen. Im nächsten Dorf bleiben wir zur Orientierung kurz stehen und als wir weiterlaufen, tun mir die Waden so weh, dass mir die Tränen kommen. Wie kann ich mich nur so verbrannt haben? Ich will nur noch ankommen. An einer Abzweigung nach rechts, wieder ein Stück aufwärts erreichen wir Tarzo und laufen durch den Ort zum Albergo Ai Pini. Einchecken, Hose runter. Die Waden sind knallrot, angeschwollen, schmerzen. Das ist kein Sonnenbrand! Anscheinend bin ich gegen irgendein Kraut, an dem ich heute vorbegestreift bin, allergisch. 

Über der Tür hängt ein Hundertfüßer, den wir gemeinsam mit Hilfe von Glas und Papier aus dem Fenster befördern. Dann nehme ich mein Zeug und gehe ins Bad. Vom Klo hat man einen tollen Blick auf den Parkplatz, es guckt aber keiner hoch. Dann in die Sitzbadewanne, Waden kühlen. Eine Wohltat. Leider kommt sonst auch kein warmes Wasser, also muss ich mit kaltem die Haare waschen. Der Wasserdruck lässt auch zu wünschen übrig. Egal, Hauptsache sauber. M. geht’s in der Dusche eine halbe Etage tiefer auch nicht besser. Waden eincremen, Wäsche waschen, die hoffentlich trocknet, Siesta machen. Um 17:00 klingelt der Wecker, langsam aufstehen. Ich muss Kortison schmieren. Der Schmerz ist besser geworden, aber die Waden sind feuerrot gepünktelt. Ich fühle mich krank, als ob ich Fieber bekäme. Wir gehen in den Ort, schauen bei der Kirche vorbei, heben Geld ab, essen Eis bei der Gelateria, dessen Besitzer 10 Jahre im Ruhrpott gelebt hat, beobachten MTBler beim Wassertrinken und –auffüllen am Brunnen, gehen im Supermarkt einkaufen. Auf dem Rückweg fällt mir ein, dass am Montag ja Feiertag ist und ich zu wenig gekauft habe. Dann muss ich morgen auf dem Weg noch was holen. Ich döse noch mal ein bisschen, bevor wir um kurz vor 8 runtergehen. Christina, die MV-Wanderin von gestern ist auch hier. Zum Essen gibt es Baguette mit Tomate und Feta als Antipasti, Rosmarinhühnchen mit Zucchini und Pommes zum Hauptgericht. Weil wir uns so lange und gut unterhalten, wird es 10 Uhr, bis wir uns verabschieden. M. und ich sitzen anschließend bei Grappa aus Belluno und Schoki im ersten Stock, während unser Zimmer noch mal durchlüftet. Ich fühle mich nicht mehr fiebrig, bin aber sehr müde. Die Waden schauen gruselig aus, tun aber wenigstens nicht mehr weh.

Donnerstag, 11. August 2011

Belluno -> Col Visentin


Wieder aufstehen um 7:30. Das letzte Mal süß frühstücken, zum Abschied bekommt jeder von uns ein Fläschchen Grappa geschenkt. Reste packen, um 8:45 geht’s los. Die Sonne scheint, aber es hängen schon ein paar Wolken an den Bergen. Ein letztes Mal geht’s in die Stadt, neben dem Rathaus die Treppe runter zur Ponte della Vittoria. Das ist der tiefste Punkt heute, von da ab geht’s nur noch bergauf. Erst auf einem Teerweg raus aus Belluno rein nach Castion. 

Rückblick nach Belluno


 Über Straßen geht’s durch einige Dörfer, in Cirvoi grüßen die Leute sehr nett, wir haben Aussicht auf Belluno. Dann wird der Fahr- zum Schotterweg, ich laufe bis zur nächsten Kreuzung bergauf, ziehe dann meine Bluse aus, weil mir so warm ist und warte auf M. Eine Weile geht es recht eben weiter, bis wir eine Teerstraße erreichen, die nach Nevegal führt. Wir gehen ein Stück durch den Ort zu einem Parkplatz, wo ein Hochseilgarten ist und diverse Wanderwege. Einen gehen wir bergauf, wieder im Wald. Irgendwann treffen wir auf einen Fahrweg, der zu einer Bar führt. Weiter geht es wieder auf einem Pfad durch den Wald bergauf. Ich warte an einer Hütte mit mehreren Italienern auf M. Wir machen noch ein paar Höhenmeter, an der Hütte ist zu viel los, und dann endlich Mittagspause. M. entspannt sich, danach geht’s ihm besser. Noch ein bisschen Wald-, dann Wiesenaufstieg und dann sind wir oben, sehen die ersten Antennen, gehen an einem Weidezaun entlang, und landen schließlich auf einem Fahrweg. Am Rifugio Bristot vorbei, wo viele Leute Pause machen, geht es auf der Sonnenseite des Kamms weiter, während von Süden Wolken herüberschwappen. Noch ein bisschen bergauf, das Col Visentin sehen wir schon von weitem halb im Nebel liegen. Aus dem Nebel hallt Schafblöken zu uns. 



Rifugio Col Visentin

Dann sind wir da, checken ein, beziehen im Keller erst ein Lager, dann ein Zimmer, als einige MTBler auch noch einchecken. Waschen. Es ist sehr kalt im Zimmer, also gehe ich schon mal hoch in den Gastraum. Bis auf die Kälte ist es schon sehr urig hier, das war (oder ist) mal alles militärisch hier, ein entsprechendes Antiquariat liegt und hängt herum. Ich trinke einen Tee, der ein bisschen hilft. Eine andere MV-Wanderin checkt ein, wir unterhalten uns ein bissl. Die Biker (7 oder 8) essen derweil Käse, der hier auch angeboten wird und trinken Bier und Wein. Abends friere ich immer noch, also wird die Tür zur Gaststube geschlossen. Weil Giovanni gerade kocht, wird es richtig warm. Außen sind die Wolken mittlerweile weggezogen, die Sicht wird besser. Es hängt aber immer noch Dunst an den Bergen, die Gipfel ragen jedoch klar darüber. Christina, M. und ich essen eine Bergplatte: Polenta, gebratenes Fleisch und Käse, Pilze, Gemüse. Lecker. Dazu gibt es Rotwein und jetzt ist auch mir endlich warm. Die Biker sind schon beim Schnaps angekommen und wir bekommen welchen spendiert. Der Kümmelgrappa ist aber nicht so mein Fall, bei der nächsten Runde bekomme ich Heidelbeere und dann Waldfrucht. Zwischendurch machen wir draußen Fotos vom funkelnden Venetien zu unseren Füßen. Die Biker singen und wir verabreden, da wir am Sonntag durch ihren Heimatort laufen, dort in der Bar vorbeizuschauen. Um 10 gehen wir ins Bett, während die Italiener, die scheinbar nicht so viel vertragen, noch weiter fröhlich sind. Ich schlafe relativ gut trotz durchgelegener Matratze und friere nicht.

 
Veneto bei Nacht

Mittwoch, 10. August 2011

Belluno: Tag 2


Aufstehen um 7:30. Süßes Frühstück. Heute ist relaxen angesagt. Wir machen uns auf, die Stadt noch weiter zu erkunden, laufen durch viele Gassen, benutzen die Rolltreppe vom Dom zum Großparkplatz am Piave, laufen ein Stück am Fluss entlang. Im Schatten ist es sehr kühl, aber nachdem wir ein bisschen gelaufen sind, wird mir warm. Wir gehen in ein paar Klamottenläden, weil ich auf der Suche nach einem Oberteil bin. Finde aber keins. Egal. Zwischendurch sitzen wir auf einer Bank im Schatten und beobachten die Leute. Zum Mittag gibt es Kekse aus dem Supermarkt, einen Apfel und einen Joghurt-Drink, nachdem ich meinen Löffel im B&B habe liegen lassen. Wir wechseln auf eine Bank in der Sonne, M. schreibt Tagebuch, ich lese. So geht das eine ganze Weile, bevor es wieder zu kühl wird, wir einen kurzen Abstecher zu einer Kirche machen und anschließend wieder auf dem Platz am Springbrunnen auf einer Bank in der Sonne sitzen und ich weiter lese. Ich werde das Buch schaffen, bevor wir Belluno morgen wieder verlassen und weiterziehen. Dann essen wir noch Eisbecher, die aber eher durchschnittlich sind. Wir gehen zurück zum B&B, duschen, Haare waschen, rasieren, weiter lesen. M. döst ein bisschen, bevor auch er duschen geht. Währenddessen lese ich das Buch aus und bin ein bisschen enttäuscht, weil sich die zwei Hauptcharaktere eben doch nicht kriegen. Aber das Buch ist eines aus einer ganzen Reihe, vielleicht wird es ja doch noch was und die zwei sind doch noch nicht zu kaputt. Wir machen uns fertig und gehen wieder in die Stadt zum Abendessen. In der gleichen Pizzeria wie vorgestern gibt es heute Calzone für uns. Zum Nachtisch essen wir beide noch mal zwei Kugeln Eis. Im B&B packen wir und schauen uns die nächsten Etappen an.