Donnerstag, 30. Juni 2011

Allgäuer Jubiläumsweg & Hochvogel

3 Tage frei und super Wetteraussichten, da muss ich doch in die Berge!!! :)

1. Tag: Bschießer - Ponten - Willersalpe

Die Anfahrt ist problemlos. Ich fahre über Bad Hindelang nach Hinterstein und stelle das Auto auf dem kostenpflichtigen Parkplatz (866m) in der Ortsmitte am Feuerwehrhaus ab. Die Sonne strahlt vom blauen Himmel. Ich freue mich auf die Tour, meine erste Solo-Tour. Zuerst einmal geht es bergauf durch den Wald zum Zipfelsbachfall, wo ich eine Frühstückspause einlege.


Langsam aber sicher gewinne ich an Höhe und die Aussicht wird immer toller. Irgendwann lasse ich den Wald hinter mir, laufe an der Zipfelsalpe (1534m) vorbei und creme mich dann erstmal ein. Hui, es ist warm.


















Ich entscheide mich, Richtung Süden weiter zu laufen, denn nach Norden gibt es mit der Iselerbahn und Wannenjochbahn zwei Lifte und ich habe keine Lust auf Tagestouristen. Auf unschweren Wegen habe ich also bald den Bschießer (1998m) erreicht. Von hier gibt es einen tollen Blick ins Tannheimer Tal und die Alpen, mittendrin liegt der markante Kegel des Hochvogels.



Auf dem Weg zum Ponten quert plötzlich eine Gams den Weg und schaut mich mistrauisch an. Hier ist wirklich wenig los heute.





Auf dem Ponten (2045m) mache ich Mittagspause. An dem Panorama kann ich mich gar nicht satt genug sehen. Ich liebe die Berge, das hätte ich früher auch nie gedacht. Dann geht es wieder bergab. Ich schlage einen Weg zu früh Richtung Willersalpe ein und kämpfe mich durch Gebüsch auf einem zugewucherten Weg bergab. Schließlich geht es in vielen Serpentinen abwärts zur Willersalpe (1459m). Hier genieße ich den Nachmittag draußen in der Sonne, nachdem ich noch ein bisschen Siesta gemacht habe. Das Wetter und die Luft sind einfach toll. 






2. Tag: Jubiläumsweg zum Prinz-Luitpold-Haus

Der Tag beginnt genauso klar, wie der vorherige aufgehört hat. Die Sonne strahlt und es verspricht erneut, ein heißer Tag zu werden. Ich fülle meinen Aquapack voll und mache mich auf den Weg. 9 Stunden stehen angeschrieben bis zum Prinz-Luitpold-Haus. Ich bin gespannt. Es geht erst wieder ein bisschen bergauf, bis ich mich entschließe, bei schöner Aussicht meine Frühstückspause einzulegen. Warum habe ich eigentlich so viel zu essen dabei? Egal. Gestärkt überwinde ich das Geißeckjoch (2089m) und gehe am Osthang relativ eben auf guten Wegen weiter südwärts. Der Vilsalpsee kommt Sicht. Es läuft sich einfach prima. Bei der Hinteren Schafwanne (1965m) wechsle ich wieder auf die Westseite über und bald liegt der Schrecksee mit seinem türkisfarbenen Wasser vor mir.


Es sind kaum Leute unterwegs, herrlich. Hinter der Lahnerscharte (1988m) mache ich Mittagspause. Es wird immer heißer. Die Aussicht ist einfach spitze. Der Hochvogel kommt langsam aber sicher näher. Da will ich morgen eigentlich rauf. Aber so ganz allein habe ich doch sehr viel Respekt (oder doch etwas Schiss?)...




Einem Bergkameraden begegne ich immer wieder und nachdem ich ihn das dritte Mal überholt habe, beschließen wir, gemeinsam weiterzugehen. Langsam wird es in der Hitze wirklich anstrengend. Puh! Beim Aufstieg zur Bockscharte muss ich immer wieder stehenbleiben und einen Schluck trinken. Die Gämsen wissen sich anderweitig zu helfen, um einen kühlen Bauch zu bekommen.


Irgendwann komme ich oben an der Bockscharte (2164m) an und trinke den Rest, der von meinen 3 Litern im Aquapack noch übrig geblieben ist. Nicht so schlimm, jetzt geht es eh nur noch bergab. Wir erreichen das Prinz-Luitpold-Haus (1846m). Ich schaue auf die Uhr und stelle fest, dass ich trotz all meiner Pausen nur 7 Stunden gebraucht habe. Wuuhuu! 




Den Nachmittag genießen wir auf der Terrasse und beobachten die Übungen der Bergwacht, die "Verletzte" bergen und einen Einsatz auf dem Wiedemerkopf vorbereiten. Abends sitzen wir mit anderen Wanderern in der Hütte und es wird wieder recht lustig.

3. Tag: Hochvogel und Abstieg

Zum Frühstück gibt es Müsli und wieder ganz tolles Wetter. Da müssen wir doch auf den Hochvogel! Ich bin ja nun auch nicht mehr allein, da brauche ich mir keine Sorgen mehr zu machen. Es stehen natürlich wieder einige Höhenmeter an. Auch morgens ist es schon wieder sehr warm und ich komme ganz schön ins Schwitzen. Wir steigen über die Balkenscharte (2172m) und schleichen uns über den Kalten Winkel quasi von hinten an den Hochvogel heran. Mit einem mulmigen Gefühl und vielen Gedanken an mein Erlebnis im letzten Jahr steige ich viele Höhenmeter in einem steilen Schneefeld bergauf. Geschafft! Aber es sind trotzdem immer noch viele Höhenmeter zu überwinden, bis wir endlich den Gipfel vom Hochvogel (2593m) erreicht haben. Aber wie ist es herrlich hier oben! Diese Aussicht! Diese klare Luft! Der Alpenhauptkamm liegt zum Greifen nahe vor uns.




Wir gönnen uns eine halbgeschmolzene Tafel Ritter Sport Rum-Traube-Nuss, Gipfelschoki :)
Doch irgendwann müssen wir wieder absteigen. Diesmal nehmen wir den Klettersteig an der Kreuzspitze, der sehr gut befestigt ist und auch ohne Klettersteigset machbar. Zurück am Prinz-Luitpold-Haus gönnen wir uns noch einen Apfelstrudel, bevor wir endgültig ins Tal zur Giebelhütte (1068m) absteigen. 5 Stunden sind seit unserem Aufbruch auf den Hochvogel vergangen. Wahnsinn...
Mit dem Bus geht es zurück zum Auto und mit dem Auto wieder in die reale Welt und den Alltag...