Sonntag, 31. Juli 2011

Kreuzwiesenalm -> Maurerberghütte


Heute läutet mal kein Wecker. Ich bin trotzdem um 7:00 wach, weil schon so viele auf sind und ich aufs Klo muss. Ich mache mich dann fertig und packe, während M. langsam aufwacht. Höre mp3, bis er fertig ist und wir frühstücken gehen. Es gibt Büffet mit hauseigenem Käse. Ich esse viel, dann habe ich nicht so schnell wieder Hunger. Zoe und Theo sind auch da, wir unterhalten uns gut. Am Nachbartisch sind wieder die dürr bis magersüchtig ausschauenden Italienerinnen mit ihren Familien. Die eine ist schwanger. Wir machen uns auf den Weg. Die Sonne scheint, das Wetter ist toll. Langsam geht’s bergauf. M. ist nicht gut in Tritt, schleicht den Hügel rauf. Über irgendwelche Pfade gelangen wir nach oben und haben eine grandiose Aussicht auf die schneebedeckten Zillertaler Alpen, das Pustertal, die Dolomiten und viele andere Hügel und Berge. 



Wir schlagen einen Weg gen Süden ein, machen noch ein Gipfelchen (den Gampill), passieren das Jakobsstöckel mit Kapelle und Muscheln, treffen Zoe und Theo wieder und dann geht’s weiter über nette Hügel mit toller Aussicht. Stellenweise sind einige Leute und Familien unterwegs, es ist ja Sonntag und gutes Wetter. Wieser Alm, Glittner See, Glittner Joch, Turnaretsch-Hütte, Lüsner Joch. Waldweg. Auf einem liegenden Baumstamm machen wir Mittagspause. M. ist gestresst von Schmetterlingen und Ameisen, die ihn stören. Der Pfad geht weiter, bald wieder über die Baumgrenze hinaus. Es ist ein sehr schöner Weg mit Dolomitenblick. Im Buschwerk unterhalb von uns pirscht ein Jäger in Tracht, es fehlt nur noch der Dackel. Dann geht’s um die Ecke und da ist sie schon, die Maurerberghütte. Es ist 14:20. 



Auf der Sonnenterrasse gönnen wir uns Holler und Topfenkuchen und  beobachten komische Italiener. Das werden wir sicherlich noch öfter machen in der nächsten Zeit. Dann checken wir ins Lager ein, im Nebengebäude, mit 3stöckigen Stockbetten, eigener Terrasse, uralten Möbeln und Decken. Echt urig! WC und Dusche sind allerdings im Haupthaus. Wir sind allein da. Nach dem Duschen und Waschen treffe ich noch mal Zoe und Theo auf der Sonnenterrasse. Wir quatschen noch ein bisschen und verabschieden uns dann vor allem von Theo, der morgen wieder nach Hause fährt. Langsam ziehen mehr Wolken auf und die Sonne verschwindet schließlich ganz. Sofort wird es auch kühler. M. und ich gammeln noch ein bissl im Lager herum und wechseln dann in die Gaststube, wo sich außer uns noch ein anderes Paar, das hier in einem Zimmer übernachtet, einfindet. Die sind mit dem Fahrrad da. Dann fängt es an zu nieseln und ich räume schnell die Wäsche von der Terrasse rein. Um kurz nach 9 gehen wir in unseren Schuppen. Ich schlafe gut.

Samstag, 30. Juli 2011

Pfunders -> Kreuzwiesenalm

Die Nacht habe ich recht bescheiden geschlafen und viel gehustet. Lag vielleicht am geschlossenen Fenster. Meine Schleimhäute sind trocken. Zeug packen, dann gibt's Frühstück. Ich esse heute sehr süß, brauche viel Schoki. Reste packen, um 8:30 geht’s los. Ich gucke noch wehmütig dem Bus hinterher, bevor wir die ersten 4km auf der Straße zurücklegen. Meine Beine funktionieren gut, habe auch schon mein Dopingmittel Ibu 400 intus. Ich weiß, dass das nicht toll ist, aber was soll ich machen. Wo ein Wille, da ein Weg und ich bin ja (leider) der Typ, der sich pusht bis zum Umfallen (auch wenn das noch nicht passiert ist). Der Verkehr hält sich in Grenzen, das Laufen geht gut. Irgendwann wechseln wir die Bachseite und gehen auf Graswegen weiter bachabwärts. Eigentlich ist es ganz schön hier. In Vintl holen wir Geld und kaufen im Supermarkt ein. Es ist schon fast 11. Eine Blaskapelle spielt uns aus dem Ort und wir unterqueren Bahnlinie und Bundesstraße und über die Rienz geht's weiter ein Stück östlich ins Pustertal. 



Und dann nimmt uns der Rodenecker Wald auf. Steil und steiler geht’s bergauf, bergauf, steil und steiler. Der Weg ist gut gekennzeichnet und zieht sich. Irgendwann machen wir Pause und dann geht’s noch etwas weiter den Berg hoch und irgendwann haben wir es geschafft. 1300 Höhenmeter sind bezwungen. 
 

der Peitlerkofel


Kreuzwiesenalm

Oben auf der Lüsener Alm ist viel los, die Terrasse der Roner Hütte voll, auf den Wegen kommen uns Mütter mit Kinderwägen und Alte entgegen. Parkplätze müssen nicht weit weg sein. Wir gehen auf guten Wegen relativ eben weiter, genießen die liebliche Gegend. Kühe, Esel, Pferde, Traktoren, die Heu machen, immer wieder kleine Almhütten, geschwungene Hügel… Aber ich will mal wieder endlich ankommen, ziehe ein bisschen an. Der Peitlerkofel kommt immer näher. Zum Schluss treffen wir Manfred und Gabi wieder, die sich verlaufen haben. Wir verlaufen uns auch fast, denn der Weg ist hier nicht mehr so toll markiert. Noch mal an ein paar Kühen vorbei und einen Fliegenschwarm hinterher ziehend erreichen wir die Kreuzwiesenalm. Das Lager ist im Nebenhaus unterm Dach. Das Wasser zum Duschen ist heiß, ich wasche noch meine durchgeschwitzten Sachen und hänge sie auf den Wäschetrockner. Dann ist Schuhpflege angesagt. Es windet, ich beschwere den Wäschetrockner mit einem Holzscheit. Währenddessen ziehen noch andere Leute ins Lager ein. Ich packe zusammen und wir gehen essen, gesellen uns zu Gabi und Manfred. Zoe und Theo kommen ein paar Minuten später an, im Gepäck eine leere Rotweinflasche. Zum Essen gibt’s Kaiserschmarrn und lärmende Kinder und anorektische Italienerinnen am Nachbartisch. Draußen ist schönes Abendlicht, wir planen die nächsten Etappen. Die morgige 8,5h splitten wir dann mal. Wir bestellen die nächsten Herbergen schon mal vor. Die nette Wirtstochter hilft uns und beantwortet geduldig alle Fragen. Wir verschwinden als Letzte im Lager, wo sich mittlerweile auch die zwei Jungs vom Karwendel eingefunden haben, die so lange geschlafen haben und langsamer laufen als wir. Der eine spricht wohl im Schlaf, haben wir aber im Hallerangerhaus nicht feststellen können. Und diese Nacht auch nicht.




Freitag, 29. Juli 2011

Stein -> Pfunders


Der Schummeltag. Aber in Anbetracht meines Gesundheitszustandes und der Wolkenmassen, die sich über den Bergen türmen und verdächtig dunkel ausschauen, völlig okay. M. packt alles vor dem Frühstück zusammen, damit er danach gleich starten kann. Im Gastraum treffen wir alle. Gabi vom Niederrhein sagt, sie wolle doch laufen, ihr Mann Manfred den Bus nehmen, weil seine Beine so wehtun. Die Franzosen sind als erste weg, dann nach einigem Gequatsche auch M. Ein komisches Gefühl, ihn so allein ziehen zu lassen. Gabi hat es sich wegen des soeben einsetzenden Regens noch mal anders überlegt. Z. und T. starten dann auch, während ich meine Reste zusammenpacke und dann mit Manfred, Gabi und Juliane zur Bushaltestelle eile. Juliane will Pause machen, hat es in der linken Leiste und eine dicke Erkältung mit Fieber und Schüttelfrost seit letzter Nacht. Der Bus nach Sterzing kostet 3 Euro, die Fahrt durchs Pfitscher Tal ins zunehmend bessere Wetter ist okay. Bald nieselt es nicht mehr. In Sterzing angekommen, gehen wir erstmal gemeinsam in den Stadtkern und trennen uns dann. Ich besorge in der Apotheke Dolo-Dobendan-Ersatz und schaue mir die Stadt ein bissl an. Dann gehe ich noch beim Spar einkaufen (Tempos, Die Welt, Schoki, Kekse, Halsbonbons) und anschließend zum Bahnhof. Die Verbindung nach Vintl via Franzensfeste kostet 3,85 Euro. Bei den Preisen können sich Deutsche Bahn und ÖPNV mal eine dicke Scheibe abschneiden. Echt preiswert! 


Der Zug kommt dann auch in ein paar Minuten. Ich bleibe stehen, weil es eigentlich nicht so weit ist. Mitten auf der Strecke bleibt der Zug stehen. Ich lese ein bisschen Zeitung, werde vom Schaffner freundlich darauf hingewiesen, dass ich in Franzensfeste umsteigen muss und unterhalte mich mit einem Italiener, der über seine bauarbeitenden Landsleute schimpft, während der Zug dann weiterfährt. In Franzensfeste steige ich in die moderne Pustertal-Bahn und fahre nach Vintl, wo ich als Einzige aussteige und die Touri-Info suche. Irgendwann stehe ich vor dem Computerterminal, das mir sagt, dass es für morgen keine Übernachtung in Vintl gibt. Dann wird’s wohl doch bis zur Kreuzwiese gehen müssen. Bin zwar noch nicht fit, aber auch alles andere als krank und das Wetter ist ja jetzt auch viel besser, nicht mehr so zugiges Regenwetter. Mache Mittagspause mit meinem Rest Brot, Gurke und Apfel, den Käse werfe ich weg, weil er schon schimmelt. Ich frage mich, was M. gerade macht, ob er die Scharte schon gut überquert hat. Manfred und Gabi kommen, haben einen Zug später aus Sterzing genommen. Sie wollen evtl. in Weitental übernachten, packen noch ein Paket mit Zeug, das sie nach Hause schicken wollen. 
Dann verabschiede ich mich und steige in den Bus nach Pfunders (1,50€). Ich checke im Gasthof Brugger wieder ohne Probleme ein, esse Kekse, dusche, mache ein bisschen Beauty-Programm, wasche Wäsche, lese und döse im Bett. M. kommt um 17:00, ihm geht’s richtig gut, er schwärmt von der Etappe. Ich freue mich für ihn. Leider habe ich wieder viele Hustenanfälle, warum auch immer. Er duscht und wäscht, während ich in den Büchern die nächsten Etappen lese. Um 19:00 gehen wir in den Gastraum, treffen die zwei Franzosen. Zum Essen gibt’s Truthahnschnitzel mit Bratkartoffeln und Salat, als Nachspeise teilen wir uns einen Kaiserschmarrn. Ich bin schon wieder müde.

Donnerstag, 28. Juli 2011

Friesenberghaus -> Stein


6:30. Aufstehen, packen, Frühstücksbuffet mit Brot und Cornflakes. Rest packen. Ich habe keine Ahnung, wann wir starten. Abwärts geht's über Blockwerk am Wasser entlang, Nebelfetzen ziehen vorbei. Durch ein Gatter geht’s zur Friesenbergalm, schlagartig wird es still und unwirklich mit dem Nebel. Größere Matschwiesen sind mit Holzbohlen belegt, welche sehr gut zum Darüberlaufen sind. Einen großen Dank an den Spender, denn ohne die Bohlen müsste man sich seinen Weg hier durch teilweise sicherlich knie- bis hüfttiefen Schlamm bahnen. Der Schlegeisspeicher kommt immer näher und irgendwann erreichen wir die Dominikushütte. Ich richte meine Socken, dann gehen wir runter zum Speichersee und auf der Uferstraße entlang. Hier ist das Wetter etwas besser, windstill, okay. Ich will eigentlich noch meinen über die letzten Tage gesammelten Bio-Hazard-Müll wegwerfen, aber hier ist nirgendwo ein Mülleimer. Noch ein letzter Gasthof in Österreich, der Wegweise daneben sagt 2h bis zum Pfitscher-Joch-Haus. Durch’s Zamser-Bach-Tal geht’s wieder leicht aufwärts über Blockwerk. Vor uns schieben drei MTB’ler ihre Bikes, auch auf dem Weg nach Venedig. An einem Felsen ein Schriftzug, der uns den Weg weist, sogar mit einem gelben Pfeil. Wir überholen die Biker und kommen dem Nebel wieder näher. Es geht immer noch bergauf und wird immer anstrengender und kälter, Nebel, Regen, Unwirklichkeit. Irgendwie finde ich das furchtbar.




 Meine Lunge pfeift wieder, ich merke, dass meine Kraft schwindet, schneller als gestern. Mir wird richtig kalt. Teilweise sieht man keine 20m. Irgendwann haben wir es dann endlich geschafft, das Pfitscher Joch ist erklommen, Italien erreicht. Wir kehren ins Pfitscher-Joch-Haus ein, wärmen uns auf und essen etwas. Ich esse Salat mit Knödeln, die mir danach wie Steine im Magen liegen. Draußen fegen Nebelfetzen vorbei, gute Sicht / keine Sicht wechseln im Sekundentakt. Dann sind wir wieder draußen, wieder wird mir kalt. Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, heule, bin innerlich dabei, die Tour abzubrechen, habe keine Lust mehr, bergab geht’s, bergab, ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr. Ich überhole M. und starte durch, will nur noch ankommen. Ab und zu kommt wieder ein Hustenanfall, produktiv, irgendwann erreiche ich die Baumgrenze wieder, dann laufe ich an einem Bach entlang, weiter durch Wald, überquere einen Barranco über eine Stahlbehelfsbrücke. Jetzt wird es langsam heiß, die Sonne scheint, willkommen in Südtirol. Noch über eine Wiese und dann ist Stein erreicht. Ich checke ohne M. ein, was problemlos geht, heule noch eine Runde im Zimmer. Währenddessen läuft das Wasser, hier muss man verschwenden, sonst kommt es nicht warm. Dann dusche ich lauwarm. M. kommt an. 


Mittlerweile habe ich mich wieder etwas gefangen und meine Gedanken geordnet, will nicht mehr sofort abrechen. Werde morgen erstmal mit Bus und Bahn nach Pfunders fahren, weil ich die Gliderscharte (2644m) definitiv nicht hochkommen würde, auch nicht mit Pausentag. Den legen wir dann evtl. in Pfunders ein, je nachdem, wie sich meine Gesundheit so entwickelt. Ich liege im Bett, mir ist wieder kalt, ich trage wieder meinen Pulli. Höre mp3. Wir essen die letzte Tafel Schokolade, aber morgen gibt’s ja diverse Supermärkte mit Nachschuboption. Und Endorphine schaden nie. M. schläft derweil ein, ich stelle den Wecker auf 18:30 und döse auch noch vor mich hin. Habe noch diverse Hustenanfälle. Als das Handy klingelt, macht M. sich fertig und geht noch in die kleine, halb verfallene Kapelle im Örtchen Ich putze Kontaktlinsen und wundere mich, seit dem Wiederaufwachen noch keinen weiteren Hustenanfall bekommen zu haben, auch die Nase ist relativ frei. Dann gehe ich runter in den Gastraum. Zum Abendessen gibt’s Spaghetti mit Tomatensoße und noch mal einen gemischten Salat. Auch Vitamine schaden nie. Der Bus fährt morgen um 9:10 und ist um 9:45 in Sterzing. Auch okay, von da sollte ich gut Richtung Pustertal kommen. Wir unterhalten uns gut. Juliane erzählt viel und noch mehr. Frühstück gibt’s morgen ab 7:30. Die Runde löst sich langsam auf. Noch immer kein großer Hustenanfall. Komisch, aber gut? Ich hoffe, dass sich die Erkältung doch noch fängt.

Mittwoch, 27. Juli 2011

Gamshütte -> Friesenberghaus


Die Nacht war eine Sauna und ich habe den Schlafsack nicht aufbekommen. Einmal war ich nachts draußen. Beim Aufwachen fühle ich mich nicht schlaffer als gestern. Draußen ist es sonnig und warm. Wir packen und frühstücken schnell, kommen um 7:40 los. Zuerst geht’s bergauf, anstrengend, ich huste viel, was weh tut. Nun ja, immerhin produktiv. Ich lutsche abwechselnd Dolo Dobendan und Anginetten. Die Sonne knallt vom Himmel, anstrengend. Meine Nase ist besser als gestern, aber trotzdem ist alles anstrengender. Rechts und links Büsche, Blumen, Wiese, echt schön. Wir queren ein paar Bäche, sind wieder auf Baumniveau. Der Weg zieht sich. Ich huste und frage mich, was ich hier eigentlich mache. Wir machen eine kleine Pause mit Holler auf der kleinen, netten Pitzenalm, die mitten im Nirgendwo liegt. Gott sei Dank, ich bin jetzt schon platt, wie soll das bloß weitergehen? Aber trotzdem laufe ich weiter am Berg und nicht bergab ins Tal. Dann kommen die ersten ausgesetzten Stellen und M. bekommt Probleme wie letztes Jahr. 




Schlegeisspeicher in den Wolken

 Wir sind viele, die von der Gamshütte gestartet sind. Vor uns sind das französische Paar und eine osteuropäische Familie, Z. und T. waren noch auf der Alm und sind dann auch weg. Die robuste Mutti und ihre zwei Söhnen, die mit uns im Lager waren, machen immer mal wieder Pause. Ein Paar aus Trier, von dem er auch Höhenangst hat, und zwei weitere Paare, von denen die Frauen das erste Mal in den Alpen unterwegs sind, überholen wir immer wieder. Bei der Kesselhütte machen wir Mittagspause, mittlerweile ist es schon 13:40. Ich werfe mir mal wieder eine Ibu 400 ein, laut Wegweiser sind es noch 3,5h. Puh… eine lange Zeit heute auf dem Weg. Der Himmel hat sich mittlerweile zugezogen. Es braut sich was zusammen. Weiter geht’s bergauf, bald wieder ausgesetzte Stellen und M. bekommt richtig Probleme. Mir geht’s wieder besser, warte auf M. und laufe mit ihm. Er ist recht am Ende, aber es kann nur weitergehen. Bald geht’s es über Blockfelder und dann müssen wir nach oben kraxeln. Finde ich recht spannend, aber auch sehr anstrengend. Es fängt an zu nieseln und ich bete, dass es nicht noch schlimmer wird, ziehe meine Jacke an, nachdem ich meinen abgestürzten Fotoapparat gerettet habe. M. kann sich beruhigen, läuft bald wieder besser. Wieder ein Blockfeld, dann an einem See vorbei. Ich ziehe mich wieder um, nachdem das Nieseln aufgehört hat und es wieder warm ist. Meine Bronchien pfeifen. Wieder Aufstieg, noch ein Blockfeld und am Ende steht der Wegweiser „Friesenberghaus 30min“. Noch einmal in Serpentinen aufwärts, dann noch etwas am Hang entlang und endlich liegt die Hütte vor uns. Schlussspurt, wir treffen um 17:45 ein, immerhin vor 18:00, aber es waren trotzdem 10h…



Schnell einchecken, duschen. Was für eine Wohltat! Ich mache ein Dampfbad draus, huste, aber es ist sehr angenehm. Dann wasche ich meine stinkende Wäsche, da der Trockenraum beheizt ist. Noch Füße machen, dann geht’s in den Gastraum. Noch einmal kurz auf’s Klo zu Husten, richtig viel kommt raus, ich huste eine ganze Weile. Auf dem Weg zurück drückt mir eine entsetzte Küchendame, die mich wohl gehört haben muss, noch ein paar Hustenbonbons in die Hand. Zum Abendessen gibt es Currygeschnetzeltes. Zum Nachtisch gönnen wir uns eine Tafel Ritter Sport Traube-Nuss. Alle anderen sind auch gut angekommen. Ich bin relativ müde, werde bald ins Bett gehen. Ich habe entschieden, dass wir morgen absteigen und den Talweg nach Stein nehmen. Momentan ist meine Atmung okay, ich hoffe, dass es nicht schlimmer wird. Aber morgen dürfte es nicht so anstrengend werden. Wettermäßig hatten wir ein Sauglück heute. Nicht auszudenken, wenn es richtig angefangen hätte zu schütten. Oder zu gewittern. Ich gehe um 21:00 ins Lager. Weil es sehr kalt ist, ziehe ich mir in einer Klopause mein Cotopaxi an und danach schlafe ich gut bis zum Wecker.

Dienstag, 26. Juli 2011

Lizumer Hütte -> Gamshütte


Ich schwitze die ganze Nacht, atme viel durch den Mund, träume nichts. Der Wecker piept um 6:30, die Luft im Lager steht. Fertigmachen, alles packen, runter zum Frühstücksbuffet mit lustiger Toast-Maschine. Viel essen. Draußen scheint die Sonne vom blauen Himmel. Super Wetter! Ich mache mich fertig, weiß nicht genau, was ich anziehen soll. Die ersten Meter sind sehr anstrengend, die Luft ist überall, aber ich habe das Gefühl, sie nicht in meine Lungen zu bekommen. Es geht ein bissl einen Fahrweg entlang, irgendwann wird das Atmen leichter. 




Dann bergauf weiter über Kuhweiden, Matsch, Wasser auf der Wiese. Den Weg zu finden ist schwierig, aber irgendwann entdecken wir die Markierung neben 2 Kühen. Dann geht es weiter voran, bergauf. Irgendwann erreichen wir das Torjoch, den höchsten Punkt für heute. Bergab bis zum Torsee, der Weg ist teilweise matschig. Die Aussicht ist super. Weiter runter geht’s und es wird immer matschiger. Ich sinke mehrfach ein, meine Hose schaut aus wie nach einer Schlammpackung. Egal. Ich werde langsam müder. Wir passieren die Nasse Tuxer Alm, die ihrem Namen alle Ehre macht. Noch mal ein Pfad über Wiesen und durch Wald, dann geht’s den Rest auf einem Fahrweg runter ins Tal. Kurz vor Vorderlanersbach gibt es noch mal eine Abkürzung. Ich bin fix und fertig, auf dem Dorfplatz lege ich mich erstmal auf eine Bank und überlege, was ich tun soll. Ruhetage einlegen? Mich auskurieren? Der Bus fährt vorbei und nimmt 2 Franzosen und ein deutsches Paar, die auch mit uns auf der Lizumer waren, mit. Ich will nicht nach Mayrhofen und allein sein. Also werfe ich mal wieder eine Ibu 400 ein und entscheide, dass ich doch weiter mitlaufe. M. will laufen, J. & ich den Bus bis zum Aufstieg nehmen. Kurz bevor der Bus kommt, kommt M. zurück, berichtet, der Weg wäre weg, er fahre mit uns. Finde ich gut. Im Bus treffen wir Z. & T., die mit uns aussteigen. Zuerst geht es wieder auf einem Fahrweg weiter, gut gehbar, anstrengend, aber ich merke, dass die Ibu hilft. Bald laufe ich wie in Trance. Bei der Talstation der Materialseilbahn geht’s wieder über eine Kuhwiese, aber okay, diesmal nicht matschig. Dann wieder viele Serpentinen über einen Fahrweg, bevor es endgültig wieder vom Weg weggeht, hoch durch einen Farndschungel, langsam wird es anstrengend. Das Ende der Seilbahn ist noch nicht in Sicht. Puh. Irgendwann wird’s flacher, eine Kuh steht auf dem Weg. Ich schiebe Berta ein bisschen an und sie geht beiseite. 5 Minuten später sind wir da. 


Alle Lager sind voll, gut, dass ich gestern angerufen und reserviert habe. J. & ich belegen die Betten, gehen uns dann im externen Waschraum waschen, mit kaltem Wasser. M. kommt auch an. Dann mache ich ein bissl Siesta. M. erzählt von anderen, die heute vom Friesenberghaus hierher 7,5 Stunden gebraucht haben, ein paar Mädels 8. Das Schild außen sagt 9h und schwarz. Das wird interessant… ich hoffe, ich bin fit, ansonsten muss ich doch absteigen. Nun ja. Zum Essen gibt’s Spaghetti Bolognese, ich gebe M. den Rest, den ich nicht mehr schaffe. Jetzt werde ich wieder müde. Der Hals tut nicht mehr so weh, der Schupfen ist sehr produktiv und der Husten fängt an, auch produktiv zu werden. Am Ende des Abends entdecke ich noch die Toiletten im Haus, dann muss ich nachts zumindest nicht ganz raus, wenn ich mal muss.

Montag, 25. Juli 2011

Voldertalhütte -> Lizumer Hütte


Um 7:00 klingelt der Wecker. Man, hab ich einen Scheiß geträumt. Die Wiederauferstehung der Mutter Michael Jacksons und der Tod seines Vaters. Anziehen, packen. Brot und Marillenmarmelade zum Frühstück. Draußen ist es trocken, der Blick auf die verschneiten Gipfel frei. Um ca. 8:30 geht es los. Erstmal wieder auf einem Fahrweg bis zur Steinkasernalm, wo es im Brunnen gekühlte Getränke zur Selbstbedienung gibt. Danke, heute nicht, wir ziehen uns dicker an. Danach verlassen wir den Weg Richtung Melkböden. Hier liegt Schnee, es ist schwierig, den Weg zu finden. Meine Nase läuft. Das Immunsystem arbeitet. Der Hals ist besser. Adlerauge Z. sieht die Wegmarkierungen vor uns beiden anderen. In den Felsen ist der Weg leichter zu finden und recht gut zu gehen, trotz Schnee. 



 Oben angekommen haben wir am Naviser Jöchl ein bissl Ausblick gen Süden. Ich warte auf M., der bergauf wieder mehr Zeit braucht. Als er dann eintrifft, laufen wir noch ein paar Meter zu Z., die auf einem trockenen Stein sitzt und eine schnelle Mittagspause macht. Wir machen mit, verdrücken schnell ein bissl Brot, Käse, Gurke, dann geht’s weiter, bevor es zu kalt wird. Z. spurt zuerst, lässt dann mich vor. Alles recht gut gehbar. Wir betreten militärisches Sperrgebiet und erreichen bald den ersehnten Fahrweg, wo ich auf die anderen warte und einen Apfel esse. Der Fahrweg führt vorbei an militärischen Posten, Patronenhülsen liegen am Wegesrand, aber es geht schnell voran. Ich laufe mein Tempo, kürze den Weg über einen Trampelpfad ab und bin irgendwann am Abzweig Richtung Lizumer Hütte. Im Hintergrund hallen ständig Schüsse. Naja, irgendwie ist das unheimlich. Es geht über eine Kuhwege und dann bin ich endlich da. 



Beim Einchecken sagt der Wirt schon, die Friesenbergscharte (übermorgen) wäre nicht machbar, aber er könne uns Alternativen nennen. Im Lager bekomme ich noch zwei Plätze unten, suche mein Zeug zusammen und dann ist M. auch schon da. Warm duschen, Haare waschen, Unterwäsche. Im Lager unterhalte ich mich mit der nächsten Juliane, die den 2. Versuch MV startet. Im Gastraum erzählt der Wirt die Alternativen. Wir Puristen entscheiden uns für den Weg über’s Torjoch ins Tuxer Tal und dann auf die Gamshütte. Am nächsten Tag dann den Berliner Höhenweg zum Friesenberghaus. Schauen wir mal. Der Kakao ist sehr lecker. Ich fühle mich heiß, werfe mir wieder eine Ibu 400 ein. Die Nase ist dicht. Ich reserviere 3 Lager in der Gamshütte für M., Juliane und mich morgen. Z. und Theo, ihr Freund, der sie eine Weile begleiten wird und soeben eingetroffen ist, wollen morgen spontan entscheiden, wohin sie laufen. Zum Essen gibt es wieder Kaiserschmarrn, sehr viel. Danach bin ich voll und müde. Theo berichtet vom Torjoch, der Weg soll wohl ganz gut sein.

Sonntag, 24. Juli 2011

Tulfes -> Voldertalhütte


Ich schlafe wie ein Stein, bis um 7:30 der Wecker klingelt. Die Wolken hängen wieder tief, es regnet, also wird es heute wieder eine kurze Etappe. Um 8:00 geht’s zum Frühstück, nachdem wir unsere frisch gewaschenen Sachen bekommen haben. Das Frühstück ist eine Wucht: Brötchen, Brot, Belag und ein extra Müsli-Zimmer mit mehr, als das Herz begehrt. Ich schlage mir den Bauch voll, trinke Pfefferminztee, mein Hals tut leider immer noch weh, und lese Zeitung. Das ist ein Sonntag! Die Wirtin meint, wir könnten noch eine Weile bleiben, bis der Regen nachgelassen hat. Also vertreiben wir uns noch ein bissl die Zeit, packen und irgendwann hört der Regen tatsächlich auf. Um kurz vor 11 verabschieden wir uns von dieser herzlichen Unterkunft (unbedingt im Hinterkopf behalten!) und los geht’s, bergauf nach Windegg über die wenig befahrene Straße. Dort zünden wir Kerzen in der kleinen Kapelle an, gegenüber liegt ein Wirtshaus, von dem es Essensduft hinüberweht. Eine kleine Katze auf dem Parkplatz. 


  
Weiter geht's auf guten Fahrwegen durch den Wald. Es nieselt ein wenig, aber ich habe keine Lust auf den Poncho, es geht auch ohne. Wir beschließen, heute keinen Wald- und Wiesenweg zu nehmen und bleiben auf dem Fahrweg. Kurz nach 13:00 sind wir in der Voldertalhütte. Wir bekommen ein 4-Bett-Zimmer, richten uns ein, machen eine kleine Mittagspause mit unserem Essen und gehen zur Nachspeise wieder runter in den Gastraum, wo uns Z. begrüßt, die kurz nach uns angekommen ist. Wir essen Kuchen und unterhalten uns, dann geht’s wieder hoch, waschen, weil zu faul zum duschen, Siesta machen. Vorher noch eine Ibu 400 einwerfen, weil Kopfweh naht, Dolo und mp3 zum eindösen. So liege ich eine Weile, bis M. um 18:30 hochkommt und mich zum Abendessen weckt. Der Hals ist etwas besser, aber Ibu ist ja auch ein Teufelszeug. Anziehen, runter. Zum Essen gibt’s ein Knödel-Tris mit Salat. Wieder sehr lecker, heute lassen wir es uns aber auch echt gut gehen. Ist ja auch Sonntag. Es kommen noch ein paar andere Leute. Wir trinken Willi vom Nachbarn, der hoffentlich auch noch ein paar von den bösen Tierchen in meinem Hals abtötet. Auf 2000m hat es Neuschnee gegeben, ab morgen soll das Wetter aber dezent besser werden. Wir hoffen es.


Samstag, 23. Juli 2011

Hallerangerhaus -> Tulfes


6:30. Für mich gibt's ein Vitalfrühstück mit Müsli und Banane. Danach verabschieden wir uns von den anderen, da nun jeder einen anderen Plan zum Weiterlaufen hat, auch wenn wir glauben, uns in Hall wieder zu sehen. Um 7:50 starten wir, mitten in den Wolken. Es geht bergauf durch Schotter und Kar zum Lafatscher Joch. Leider haben wir wieder keine Aussicht. 




Dann folgt der Abstieg ins Halltal über einen guten Weg. Wir passieren die Herrenhäuser, ehemalige Salzabbauminen, dann fängt es an zu regnen. Es geht weiter bergab, vorbei an St. Magdalena, eine Mischung aus Kirche und Gasthof. Über den Fluchtsteig über Stock und Stein durch das Gelände parallel zur Straße. Als wir diese wieder erreichen, gehen wir dort weiter. Immer wieder regnet es. Furchtbares Aprilwetter. Es geht zügig bergab. Irgendwann verlassen wir das Halltal und erreichen Absam, wo wir im Spar unsere Vorräte wieder auffüllen. Dann geht es weiter bergab bis Hall, der Weg zieht sich. Dort treffen wir die anderen wieder, die uns überholt haben müssen, als wir einkaufen waren. Jetzt ist es schwül. M. und ich holen beim Bäcker Kleinigkeiten zum essen, laufen ein bissl raus aus’m Stadtkern und machen Mittagessen auf einer Stufe. Eine Frau und ihre zwei Töchter schließen ihre Fahrräder auf. Das eine Mädel ist sehr neugierig. Es fängt wieder an zu regnen. 


Wir holen noch Geld in der Bank und wechseln dann die Innseite, verlassen Hall und machen uns auf den Weg nach Tulfes. Wenig beschildert, kreuz und quer, über Wald, Wiesen und Höfe zieht es sich bergauf. Ich habe keine Lust mehr, Weg und Wetter machen mir zu schaffen. Aber irgendwann sind wir da, finden relativ schnell die Pension und auch, wenn die Wirtin nichts von unserer Online-Reservierung weiß, nimmt sie uns sehr freundlich auf und lässt sich sogar dazu überreden, unsere Sachen zu waschen. Ein wahrer Engel! Die Dusche genieße ich. Danach spekulieren wir über die nächsten Etappen. Glungezer Hütte? Voldertalhütte? Wie wird das Wetter? Wir essen Kekse, erfahren über die schrecklichen Anschläge in Norwegen. Ich bringe der Wirtin unsere Sachen und sie empfiehlt mir zum Essen den Gasthof Tirol, wohin wir uns kurz nach 7 auf den Weg machen. Leider darf man in österreichischen Restaurants noch rauchen. Die Pizza mit Salat und Putenstreifen ist lecker, aber nach dem Essen bekomme ich Halsweh, das schlechter wird und nach 2 Halstabletten auch nicht besser ist. Wir gucken daheim noch ein bisschen TV. Leider gibt es beim Wetter keine Satellitenkarte. Ich hoffe, dass mein Hals nicht schon wieder das erste Anzeichen auf Krankheit oder Erkältung ist. Ich werde langsam müde.

Freitag, 22. Juli 2011

Karwendelhaus -> Hallerangerhaus


6:30 Wecker. Ein Blick aus dem Fenster sagt, dass heute der lange Weg gelaufen wird. Es nieselt, die Wolken hängen tief. Macht nichts, das Wetter kann man ja nicht ändern. Beim Frühstück gibt es noch mal eine nervige Diskussion über das schlechte Wetter und die versäumte Chance der Birkkarbesteigung. Der Wirt macht auch noch mal klar, dass erfahrene Leute das machen können, aber er es nicht empfehlen würde. Um 8:00, nachdem wir den Rest verstaut haben, kommen wir los. Die anderen wollen von Scharnitz mit dem Taxi zur Kastenalm fahren. Auf einem guten Fahrweg geht es bergab. Es regnet immer wieder, also Poncho an, Kapuze rauf, Kapuze runter. Wir unterhalten uns und kommen gut voran. Um 10:40 erreichen wir den Karwendelsteg, die Abkürzung ins Isartal. Dieser ist sehr gut gehbar, beginnt mit einer Brücke über eine Klamm, dann geht es auf einem Fahrweg weiter bis zum Gasthof Wiesenhof im Isartal, wo wir um 11:20 ankommen. Zu früh zum Mittagessen. Nachdem der Regen weniger wird, entscheiden wir, unterwegs Brotzeit zu machen, wir haben eh noch genug zu essen dabei. Wieder laufen wir auf einem Fahrweg das wunderschöne Isartal hinter. Am rauschenden Fluss gibt es immer wieder Abwechslung. Um 12:15 machen wir Mittagspause. Ab und zu kommen MTB’ler oder Wanderer von oben. 



Weiter geht’s. Irgendwann überholt und das Hüttentaxi mit den anderen. Wir sehen eine Ansammlung von Steinmännchen am Isarufer, ein Kies-LKW überholt uns zweimal. Isarursprung. Die Birkkarspitze lugt ab und zu aus den Wolken hervor. Oben liegt Schnee! Nach einer Weile erreichen wir die Kastenalm, wo Toni gerade sein Portmonee sucht. Wir gehen gleich weiter, brauchen keine Pause. Es geht jetzt kräftig bergauf und ich ziehe weg. Die anderen sind wohl auch noch auf der Kastenalm. Ich laufe allein und schwitze. Aber mir geht’s gut. Ich erreiche das Lafatscher Niederlager mit seinen Kuhweiden, hier ist es wieder ebener. Irgendwann hatte ich die Hütte schon durch die Bäume lugen sehen. Dann kommt der Abzweig, noch 15min bergauf und diese Etappe ist auch geschafft! Es ist 16:00 und es hat richtig Spaß gemacht. 



Ich checke bei Wirtin Kerstin ein und bekomme Platz im 8er Lager. Ich dusche und wasche Wäsche, während die anderen eintreffen. Ich begutachte die Ferse, der es erstaunlich gut geht. M. und ich essen Snickers. Dann gehen wir runter in den Gastraum zu den anderen. Das Lager wird voll, Z. wechselt in ein Bett. Zum Essen gibt’s Kasknödel auf Salat und zum Nachtisch teilen sich M., Z. und ich einen Kaiserschmarrn. Das Essen hier ist so lecker, ich platze gleich! J & P wechseln ebenfalls in ein Zimmer, so sind wir dann also nur noch 5 im Lager. M. und ich gehen um 21:30 als Allerletzte nach oben. Im Lager schon schneidende Luft, wir lüften noch mal. Aber es wird eine warme Nacht. Ich schlafe sehr schlecht, mache das Fenster noch mal auf, gehe auf’s Klo. Danach schlafe ich bis zum Wecker durch.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Vorderriß -> Karwendelhaus


Der Wecker klingelt um 7:00, wir sind früher wach. Wir machen uns fertig und gehen frühstücken. Das erste Highlight des Tages: Es regnet nicht mehr! So lassen wir uns das Frühstück schmecken: Brötchen mit Weichkäse und Erdbeermarmelade, Müsli mit Joghurt und Honig, O-Saft. Dann packen wir den Rest. Wir kommen mit den Anderen erst um 9:00 los. Zuerst geht’s auf der Teerstraße ins Rißtal hinter, vorbei an der Oswaldhütte hinein nach Österreich. Bald können wir parallel zu Bach und Straße auf einem Forstweg bis Hinterriß gehen. Da die anderen dort noch einkehren, gehen wir allein weiter. 



Bald geht’s wieder auf Forstwegen bergauf. Der Forstweg geht in einen Waldpfad über, wo mir ein Wanderer entgegen kommt, der meint, da vorn auf dem Weg sei ein Erdrutsch, ein sehr steiler Weg… Wir wollen es trotzdem probieren, eine einzelne Wanderin kommt mit. Es wird nie problematisch, der Weg ist zwar teilweise abgestürzt, aber gut umgehbar. Bald kommen wir wieder auf einen Fahrweg. Von unten kommt ein Wanderer, mit dem sich M. unterhält, ich suche Ausschau nach einem Vesperplatz für’s Mittagessen. Dauert eine Weile, dann finden sich zwei Felsen am Wegesrand. 



Nach dem Mittagessen geht’s weiter bergauf auf dem Fahrweg am rauschenden Bach entlang. Vereinzelte MTB’ler sind unterwegs. Ich gewinne etwas Abstand, M. ist langsamer bergauf. Irgendwann ist der Kleine Ahornboden mit Herrmann-von-Barth-Denkmal, Kühen und kleiner Hütte erreicht. Weiter geht’s auf einem Pfad über Bergwiesen, sehr schön! Ich bin müde. Wieder ein bisschen Fahrweg, ein bisschen Nieselregen, der erste heute, dann ist die letzte Höhe erreicht. Schöner Ausblick ins Tal und auf die Berge. Ein Stück bergab, dann liegt die Hütte vor mir mit Winterraum und davor parkenden Opel Corsa und Ford Ka. Nun ja. Ich checke für M. und mich ein und belege 2 Plätze im Lager (im 3. OG), gehe kalt duschen, wasche Wäsche, mache meine Füße. M. ist dann auch schon da. Bald gehen wir runter. Mir ist kalt. Ich hänge im Trockenraum mein Gewaschenes auf. Im Gastraum treffen wir auf die anderen. Der Wirt erzählt vom wechselhaften Wetter, sehr nett. Ich mache die Tour morgen (Gipfel oder Tal-Hatscher) spontan. Jetzt weiß ich ja eh nicht, wie es morgen früh aussieht. Noch mal kurz nach oben, Trinkblase füllen, Schreibzeug holen, dann wieder in den etwas wärmeren Gastraum. Zum Essen gibt’s Kaiserschmarrn, sehr lecker! Um 19:30 verkündet der Wirt den Wetterbericht für morgen: vormittags gut, nachmittags Regen. Um kurz nach 8 gehen die ersten ins Bett. M. und ich unterhalten uns über Stuhlgang, sehr lustig! Wir müssen schmunzeln, als die anderen erzählen, dass es im 8-Bett-Zimmer zu siebt zu eng sei. Bei uns im Lager haben wir Platz ohne Ende, es ist zwar recht kühl, aber mir wird auch bald warm.