Freitag, 27. Juli 2012

Fertig (Teil 1)

Nun, nach mehr als einem Jahr, habe ich es geschafft und meinen Camino Frances veröffentlicht. Es hat sich in diesem Jahr viel verändert. Zum Positiven, wie auch zum Negativen. Ich habe eine Zeit gebraucht, um den Camino zu verarbeiten. Mein Alltagsleben habe ich danach ja nur für 7 Wochen gehabt, dann bin ich zur nächsten Tour (München - Venedig, Posts folgen in der nächsten Zeit) gestartet. Auch da habe ich viel erlebt, aber im Grunde den Camino immer noch nicht verarbeitet gehabt.
Ich war zwar froh, wieder daheim zu sein, weil ich einige Sachen vermisst habe. Aber das einfache Leben auf dem Camino hat mir gefehlt. Endlich hatte ich mal Routine, einen Rhythmus. Im Schichtdienst geht das nicht, der ist flexibel. Was ja auch Vorteile hat. Mit T. verstehe ich mich weiterhin sehr gut, darüber bin ich froh.
Es war ein sehr spannendes Erlebnis, so viele Menschen kennenlernen zu dürfen. Katrien hat uns ja quasi die ganze Zeit begleitet, auch wenn sie eine Zeitlang nur via SMS erreichbar war, weil sie die letzten km mit den Französinnen gelaufen ist, deren Rückflug von SdC schon am 18. Mai ging und die sich deswegen beeilen mussten. Aber sie haben es ja geschafft. Die Sache mit meinem Nicht-Wunder musste ich auch erstmal verdauen. Nun sehe ich die Welt etwas anders.
Und ich freue mich auch auf meinen nächsten Camino. Diesmal wird es der Norte, es ist auch nicht mehr so lange hin. Und nachdem in der Zwischenzeit auch in meinem Alltag so einiges passiert ist, vergeht die Zeit auch schneller. Ich bin endlich umgezogen, wohne jetzt wieder in einer 2-Zimmer-Wohnung und es ist toll! Hohe Decken, helle Räume, ein Balkon nach Südwesten, ein Bad mit Tageslicht, nette Nachbarn, bezahlbar (wer mal in Erlangen auf Wohnungssuche war, weiß, wovon ich rede) :)
Der Umzug verlief weitestgehend reibungslos, wenn auch sehr heiß. Dafür hatte ich abends Feuerwerk (vom Schlossgartenfest) und Gewitterleuchten von Westen. Das war echt toll! Anfangs hat noch einiges gefehlt, aber mittlerweile ist die Einrichtung fast komplett. Nächste Woche bekomme ich noch ein Regal und dann können die letzten Umzugskartons auch ausgepackt werden und verschwinden. Aber es ist irgendwie auch ein komisches Gefühl, wieder sesshaft zu sein, dabei habe ich ja nur ein halbes Jahr im Wohnheim gewohnt. Aber nach dem Umzug hatte ich das Gefühl, richtig angekommen zu sein... :)